Weihnachten ist die Zeit der Besinnlickeit. Auch in Stuttgart. Wir haben prominente Bürger nach ihren Traditionen zum Fest der Liebe gefragt. Foto: Lichtgut

Weihnachten erreicht (fast) jeden. Auch die Prominenten aus Stuttgart und der Region. Wir haben uns umgehört, wie Christian Gentner, die Orsons, Vanessa Mai und andere das Fest der Liebe und Besinnung verbringen.

Stuttgart - Weihnachten steht vor der Tür. Und damit auch diverse Herangehensweisen an das Fest der Liebe. Dabei stellen sich in jeder Familie, in jedem Freundeskreis die selben Fragen: Was gibt es zu essen? Wird gesungen oder nicht? Wer darf mitfeiern?

Wir haben diese und andere Fragen einigen bekannten Stuttgartern gestellt und zum Teil überraschende Antworten erhalten:

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg:

„Nach einem bewegten Jahr 2015 mit viel Arbeit und voller Herausforderungen freue ich mich natürlich sehr auf die ruhigen Weihnachtsfeiertage im Kreise meiner Familie. Nicht zuletzt, weil sie in diesem Jahr etwas ganz besonderes sind: Es wird das erste Weihnachtsfest mit meinem Enkel Julius sein, der im vergangenen Juli das Licht der Welt erblickte.

Ich freue mich auf eine ganz traditionelle Weihnachtsfeier: Auch wir werden am 24. Dezember erst einmal ein Käsefondue genießen und danach gemeinsam das Weihnachtsevangelium lesen. Im Anschluss werden wir singen und uns daraufhin während der Bescherung beschenken. Die besinnliche Christmette am Abend ist für mich dann immer der Höhepunkt!

Den Christbaum wird dieses Jahr erstmals mein Sohn Albrecht schmücken. Schon in meiner Kindheit war es eine gute Tradition, dass der Vater des Hauses den Weihnachtsbaum geschmückt hat. Mir steht also dieses Jahr ein sehr entspanntes Fest bevor.

Für das neue Jahr wünsche ich uns allen in erster Linie Gesundheit und mehr Ruhe und Frieden in diesen bewegten Zeiten.“

Sängerin Vanessa Mai freut sich aufs Göggele

Sängerin Vanessa Mai: „Ich feier immer zu Hause gemeinsam mit meiner Familie. Das ist das Schönste an Weihnachten! Bei uns gibt es am Heiligabend ganz traditionell immer „Göggele“ oder Saitenwürstchen mit Kartoffelsalat. An einem der folgenden Feiertage gibt es immer Raclette, darauf freue ich mich immer sehr. Den Baum schmücke ich immer selbst. Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, haben wir den Baum jedes Jahr in einer anderen Farbe dekoriert. Seitdem ich mit meinem Freund zusammen wohne, schmücken wir ihn immer klassisch in Rot, Gold und Silber. Allerdings gibt’s jedes Jahr 1-2 neue Kugeln.

VfB-Kapitän Gentner über einen Zugang

VfB-Kapitän Christian Gentner: „Mein erstes Weihnachtsfest als Familienvater feiere ich gemeinsam mit der ganzen Familie, vor allem mit meinem Bruder, dessen Sohn etwa ein halbes Jahr nach meinem auf die Welt gekommen ist. Das Fest ist bei uns immer ganz gemütlich, es wird aber schon groß aufgetischt. Meistens singen wir nach dem Essen die typischen deutschen Weihnachtslieder und anschließend gibt es die Bescherung.“

Die Orsons, Stuttgarter Hip-Hop-Combo: In Wollpullovern zu Leonard Cohen tanzen

Die Orsons: „Weihnachtigkeit ist Karpfigkeit, zum Fest gibt es also Fisch zu essen. Wenn dann noch Leonard Cohen mit seinem Song „Hallelujah“ aus den geschmückten Lautsprechern schallt, tanzen wir mit Wollpullovern um die von Tua geschmückten Bonsaibaumigkeit herum. Wir wünschen allen Lesern Besinnlichkeit, Servuslichkeit und alle sonstigen -keiten der Welt.“

Eric Gauthier, Stuttgarter Tänzer und Kompaniechef: Weihnachten bei Schwiegermama in Österreich

Drei Dinge gehören für den Choreographen Eric Gauthier unbedingt zu Weihnachten: „Der Christbaum, Bauchschmerzen nach einem opulenten Weihnachtsessen und - seit ich Kinder habe - dass der Weihnachtsmann kommt.“ Für sein persönliches Weihnachtsgefühl braucht der Kompaniechef vor allem eins – seine Familie. „Weihnachten ist schließlich der ultimative Anlass zusammenzukommen und gemeinsam zu feiern. Dieses Jahr fahren wir nach Vorarlberg / Österreich zu meiner Schwiegermutter. Dort sind auch die Schwestern meiner Frau mit ihren Kindern auf Besuch. Das wird ein richtig schönes Familienweihnachten mit einer großen Schar von Cousins und Cousinen. Mit etwas Glück werden wir sogar Schnee haben. An Weihnachten gefällt mir nicht nur das Fest selbst, sondern auch die Wochen davor. Die Vorbereitungen und die Adventsdekoration gehören genauso dazu. Meine Frau Laura und ich sind große Weihnachtsfans und haben das Haus entsprechend geschmückt, mit einem Kranz an der Tür, Lichterketten in den Bäumen im Garten und einem wunderschönen Adventskranz auf unserem Esstisch. Den haben wir im November in München gekauft, als Gauthier Dance dort auf Tour war. Außerdem läuft bei uns fast immer Weihnachtsmusik – die Klassiker wie Frank Sinatra. Oder die neuen Sachen, zum Beispiel Michael Bublé. Das bringt uns schon jetzt in die richtige Stimmung. Ich liebe diese ganz besondere Zeit im Jahr – sie hat wirklich etwas Magisches!“

Jelena Wlk, Volleyballerin beim Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart: An Heiligabend Spaghetti mit Omas Spezialsoße

Jelena Wlk: „Ich werde an Heiligabend mit meiner Familie bei Oma sein und die Tage danach bei der Familie meines Freundes.“ Nicht Gans oder Saitenwürstchen stehen an Heiligabend auf dem Speiseplan, sondern „lustigerweise Spaghetti mit Spezialsoße von Oma. Den Baum habe ich zusammen mit meinem Freund dekoriert. Ganz schlicht mit roten und silbernen Kugeln und einem Stern on top.“ Weihnachtsstimmung kommt zuhause mit Mariah Careys Weihnachtshit „All I want For Christmas Is You“ auf. Für 2016 wünscht sich die Stuttgarter Bundesliga-Volleyballerin: „Keine neuen Verletzungen und allgemein, dass der Terror ein Ende hat.“

Romulo Kuranyi, Galerist, Gastronom und Bruder Von Ex-VfB-Profi Kevin Kuranyi: Gemeinsam kochen im Haus der Eltern

Romulo Kuranyi: „Für mich gehört zu Weihnachten ein Weihnachtsbaum, Geschenke für die Kinder und vor allem die Gesellschaft der Familie. Und wir sind eine große Familie (lacht), da kommen immer über 20 Leute zusammen! Alle, die da sein können, kommen an Heiligabend ins Haus meiner Eltern nach Sonnenberg. Jeder bringt etwas mit, dann wird zusammen gekocht. Auf dem Esstisch landen am Ende immer Spanferkel und eine Weihnachtsgans. Es wird viel geredet, gelacht, von alten Zeiten erzählt. Im Hintergrund läuft auch Weihnachtsmusik, aber das Singen überlassen wir dann doch lieber anderen. Irgendwann geht es dann Richtung Weihnachtsbaum – er ist jedes Jahr ein bisschen anders geschmückt – und dann gibt’s Bescherung. Der Höhepunkt des Abends. Für die kleinen und großen Kinder unter uns (lacht). Die beiden Feiertage danach werde ich dieses Jahr aber wohl zum größten Teil im H’ugo’s verbringen.“

Celine Willers: Festlich gekleidet der Geschichte vom kleinen Tannenbaum lauschen

Celine Willers: „Da ich das letzte halbe Jahr ein Auslandssemester in Lateinamerika gemacht habe, werde ich auch über Weihnachten noch hier sein um zu reisen. Daher kann ich ganz besonders gut sagen was für mich die drei Dinge sind, die ich am wichtigsten finde: meine gesamte Familie, die ich dieses Jahr nicht um mich haben werde / die Kälte, denn bei 35 Grad Weihnachten zu feiern ist einfach nicht das selbe und die Weihnachtsgeschichte vom kleinen Tannenbaum, die wir traditionell jedes Jahr vor der Bescherung lesen.

In unserer Familie gehen wir am Weihnachtsabend immer erst in die Kirche und danach gibt es ein super leckeres Weihnachtsmenü von meiner Mama, mit mindestens 4 Gängen. Es wird das beste Geschirr aufgetischt und wir kleiden uns alle festlich. Nach dem Essen lesen zusammen wir die Weihnachtsgeschichte. Ich habe das Gefühl, dass meine Eltern immer versuchen die Bescherung möglichst weit rauszuzögern, um die Spannung zu erhöhen. Dann läuten endlich die Glocken im Weihnachtszimmer, dass wir schon ein paar Tage vorher nicht mehr betreten dürfen... und ich bin selbst heute mit 22 Jahren noch aufgeregt, wenn sich nach stundenlangem Warten die Tür öffnet. Am Tannenbaum leuchten echte Bienenwachskerzen und er ist kunterbunt geschmückt. Bevor wir unsere Geschenke auspacken dürfen, danken wir dem Tannenbaum dafür wie schön er strahlt: „Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum.“ Und jeder singt lauthals mit! Das ist für mich der schönste Moment. Alles leuchtet, meine Familie ist versammelt, und es herrscht eine Harmonie, die einzigartig ist.“

Stefan Kaufmann, CDU-Kreisvorsitzender: Gefüllte Schinkentaschen mit Kartoffelsalat

Stefan Kaufmann: „Ich feiere mit meinem Mann Rolf, unseren Eltern, meiner Großmutter und meinem Bruder mit seiner Familie im Hause meiner Mutter in Stuttgart-Weilimdorf. Rolfs Mutter steuert gefüllte Schinkentaschen mit Kartoffelsalat bei. Den Baum schmückt meine Mutter als Gastgeberin – in der Regel traditionell. Zuhause in unserer Wohnung haben Rolf und ich einen eigenen Baum, den wir ebenfalls traditionell schmücken; wie letztes Jahr in Rot und Silber. Meine Familie freut sich immer, wenn ich an Weihnachten vor der Bescherung auf der Orgel spiele. Außerdem lesen wir die Weihnachtsgeschichte.“

Nikolas Heiber, Hauptdarsteller des Stuttgarter Musicals Rocky: Auf der Autobahn mit Slade

Nikolas Heiber: „Zu Weihnachten gehören für mich unbedingt Musik, Essen und Ruhe – umso mehr von allem, umso besser.

Seit zwei Jahren besorge ich mir einen Weihnachtsbaum von einem Bio-Bauern in der Umgebung. Das ist mittlerweile eine kleine Tradition geworden.

Am wichtigsten ist mir allerdings in der besinnlichen Zeit, die Menschen zu sehen, die mir viel bedeuten.

In diesem Jahr feiere ich mit meiner Familie und später mit Freunden. Um sie alle treffen zu können, nehme ich gerne die Autobahnkilometer in Kauf.

Auf der Fahrt drehe ich dann das Lied „Merry Xmas Everybody“ von der englischen Rockband „Slade“ aus den 70er Jahren auf – die Zeit, in der auch das Musical Rocky spielt.“

Sandrino Braun von den Stuttgarter Kickers: Es zählt nur die Familie

Sandrino Braun: „Ich feiere im Kreise meiner Familie. Wir werden Raclette machen. Das hat bei uns schon Tradition. Das Wichtigste an Weihnachten ist für mich, dass ich meine Familie sehe. Und für mich persönliche wünsche ich mir für 2016: Ich möchte so schnell wie möglich wieder fit werden, gesund bleiben und mit der Mannschaft aus dem Tabellenkeller herauskommen.“

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