Bewegung bringt auch die Gedanken in Fahrt, meint unser Kolumnist KNITZ. Doch in der Muckibude schlagen sie manchmal eine komische Richtung ein.
Wenn der Mensch sich bewegt, dann kommt auch sein Hirn in Schwung. Schon öfter ist es KNITZ passiert, dass er ideenlos losgeradelt ist in die Redaktion. Als er ankam, hatte er eine Geschichte im Kopf.
Seit einigen Monaten besucht KNITZ eine Muckibude. Offiziell wegen des Rückens. Inoffiziell, um auch den restlichen Kerle in Schuss zu halten. Auch in der Muckibude kann man sich fortbewegen, auf Laufbändern und Tretmaschinen, die am Boden verankert sind. Sieht albern aus, hamsterradmäßig, aber da alle das machen, geht es.
Wie Schwarzenegger in seinen besten Zeiten
Radeln und Laufen macht KNITZ nach wie vor lieber an der frischen Luft. Aber er hat ein Gerät für sich entdeckt, das ihn zum Schwitzen bringt und ihm Fortbewegung vorgaukelt, einer Rudermaschine.
Nachdem KNITZ seine Übungen an den Foltergeräten erledigt hat und sich fühlt wie Schwarzenegger in seinen besten Zeiten, macht er sich an der Rudermaschine zu schaffen. Da KNITZ Wasser am liebsten wohldosiert und angenehm erwärmt mag und ihm Gewässer grundsätzlich suspekt sind, findet er die Trockenübung ganz nett.
Auch hier fangen die Gedanken unter der Monotonie der Bewegungen irgendwann zu fliegen an – aber anders als in Gottes freier Natur. Meist glotzt KNITZ geradeaus auf ein Display, das seine Ruderbewegungen zählt und den Kalorienverbrauch anzeigt. Dabei kam KNITZ die Idee, ob man rudernderweise nicht auch Strom produzieren könne.
Die Antwort eines befreundeten Physikgenies hat KNITZ regelrecht elektrisiert. Bei einem idealen Wirkungsgrad, so der Kumpel, kämen bei 20 Minuten Rudern 0,25 kWH Energie zustande, was bei den heutigen Strompreisen etwa 10 Cent entspräche.
Der Beitrag von KNITZ zur Energiewende
Gut, mit 30 Cent die Stunde liegt man unterm Mindestlohn, aber KNITZ geht es gar nicht ums Geld, ihm geht es darum, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Und wenn er sich die anderen Damen und Herren in der Muckibude so anschaut, die sich auf Steppern und Liegerädern in Form bringen, dann käme da schon was zusammen.
Schaut KNITZ nicht auf das Display des Rudergeräts, dann wandert sein Blick nach oben auf einen Flachbildschirm, auf dem „CSI: Miami“ läuft. KNITZ hat die eine oder andere Folge der Krimireihe schon mal im Fernsehen gesehen. Die Storys fand er mäßig spannend, die Dialoge schlicht.
Ganz anders in der Muckibude, wo der Ton fehlt. Was für ein Gewinn! Ohne Worte wirkt der Schauspieler David Caruso, Sie wissen schon, der Rotschopf, der auch bei Neumond eine Sonnenbrille trägt, echt cool.
Vielleicht sollte KNITZ versuchen, den Schauspielern Dialoge in den Mund zu legen. Aber mit beiden Händen am Rudergerät kann er sich keine Notizen machen. Und ein Segelboot gibt es hier weit und breit nicht.
Schon komisch, was einem in der Muckibude so durch den Kopf geht.