Seit 2020 betreibt Peter Rebmann die Eiserei in Rutesheim. Sein Verkaufscontainer, Zweitstandort in Weissach seit 2021, zieht nun nach Leonberg um. Foto: Simon Granville

Der alte Standort in Weissach rechne sich nicht, sagt der Betreiber der Eiserei. Er versucht nun für drei Monate sein Glück in Leonberg an einer belebten Straße. Trotz der Konkurrenz.

Himbeer-Butterkeks, Rum-Rosine oder Maracuja-Sorbet – auf ihre Lieblingseissorten müssen die Weissacher in diesem Sommer verzichten. Oder einen weiteren Weg auf sich nehmen. Der Verkaufscontainer der Eiserei, der seit 2021 auf dem Marktplatz stand, hatte am Sonntag, 1. Juni, das letzte Mal in dieser Saison geöffnet. Bereits am Montag wurde er abtransportiert und an sein neues Zuhause versetzt.

 

Ein Plakataufsteller weist darauf hin, dass der Container nun in Leonberg zu finden ist. „Ich wollte schon immer was in Leonberg machen. Und nun haben wir die Chance, für drei Monate zu testen, wie Leonberg das annimmt“, sagt der Inhaber Peter Rebmann.

Neuer Standort an belebter Straße

Der Container steht nun seit Montag an der Ecke Römerstraße und Marienstraße, einem sehr verkehrsreichen Standort mit vielen Einkaufsmärkten. In der Nähe sind auch die großen Arbeitgeber von Leonberg – Bosch, Geze und Mörk. Und es gibt mehrere Schulen. Aber das Leo-Center und der Neuköllner Platz sind ebenfalls nicht weit, wo es zusammen drei Eiscafés mit Sitzplätzen und Straßenverkauf gibt. „Deshalb testen wir eben drei Monate, wie es funktioniert“, sagt der Eiserei-Chef. Geöffnet ist vorerst täglich von 14 bis 19 Uhr.

Das Thema Geld habe bei der Entscheidung eine große Rolle gespielt. „Das ist eine Frage der Rentabilität. Bei gutem Wetter ist der Andrang schon gut. Aber sobald das Wetter schlechter wird, kommen nur noch wenige“, sagt Rebmann. Oft bliebe der Verkauf aus dem Container heraus dann ganz geschlossen. Kosten verursache er aber trotzdem. „Es sieht keiner, dass die Strompreise die Eisdielen auffressen.“ Zudem seien in den vergangenen Jahren die Rohstoffpreise „exorbitant gewachsen. Wenn ich die aktuellen Preise für Pistazien sehe, dann wird es mir anders“, erläutert der Eisdielen-Chef.

Am Montag weist ein einsamer Plakataufsteller in Weissach darauf hin, dass der Eis-Container umgezogen ist. Foto: Sophia Herzog

Denn am Hauptstandort, der Eisdiele in Rutesheim, werden alle Eissorten von Rebmann und seinen Mitarbeitern im sogenannten Eislabor selbst hergestellt. „Aus echten Zutaten und keinem Industriekram“, darauf ist er stolz. Doch das koste eben auch. „Noch vor zwei bis drei Jahren hat man für fünf Euro drei Sorten Eis bekommen, heute nur noch zwei“, ist sich auch Rebmann des Preisanstiegs bewusst. „Ich muss aber auch Geld verdienen.“ Aktuell kostet eine Portion Eis bei ihm – in der Eiserei wird es wie in Italien mit dem Spatel portioniert – 2,20 Euro.

Gegenüber der Gemeinde hatte der Besitzer des Eis-Containers wohl schon vor einigen Wochen angedeutet, dass ein Umzug anstehe – so berichtet es zumindest der Bürgermeister Jens Millow. Überrascht vom verschwundenen Container war am Montagnachmittag aber auch er selbst. Der Schultes will sich nun nach Alternativen für den Ort umschauen, er habe schon einige Ideen, sagte er am Montagabend im Gemeinderat. „Wir brauchen einen verlässlichen Eisladen in Weissach.“

Weissacher trauern Eis-Container nach

Auch in den sozialen Medien machte die Nachricht des Umzugs am Montag die Runde. „Schade“, war der Kommentar, der am häufigsten geschrieben wurde. Viele hatten das schöne Wetter am Wochenende genutzt, um sich auf dem Marktplatz ein Eis zu holen. Gerade bei Eltern von kleinen Kinder war der Standort beliebt, denn direkt nebenan gibt es eine große und beschattete Sandfläche sowie gemütliche Bänke. „Ich fand den Standort in Weissach total genial und bin sehr gern hin gegangen“, schreibt eine Nutzerin bei Facebook. „Auch für die Bewohner des Seniorenheims war es eine schöne Anlaufstelle.“

Für die Weissacher Fans des Eis-Containers gibt es zumindest einen kleinen Lichtblick. Denn am 31. August endet der Mietvertrag in Leonberg. „Ab September sind wir wieder in Weissach auf dem Marktplatz“, verspricht Peter Rebmann. Zumindest bis sich das Eisgeschäft im Winterhalbjahr in den Urlaub verabschiedet.