Elisabeth Seitz, Turnerin beim MTV Stuttgart, erhielt wie im Vorjahr die Auszeichnung „Stuttgarts Sportlerin des Jahres“ erhielt. (Archivbild) Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Am Freitag fand die Auszeichnung zu „Stuttgarts Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres 2019“ coronabedingt im kleinen Rahmen und unter freiem Himmel im Gazi-Stadion auf der Waldau statt.

Stuttgart - Eigentlich hätte an diesem Tag vor Tausenden von Zuschauern im Neuen Nationalstadion in Tokio die Eröffnung der Olympischen Spiele stattfinden sollen. Einige von Stuttgarts Spitzensportlern, die Olympia noch immer fest im Blick haben, fanden sich am Freitag stattdessen auf dem Rasen des Gazi-Stadions auf der Waldau wieder. Statt bereits im März im Großen Kursaal in Bad Cannstatt, fand die Auszeichnung zu „Stuttgarts Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres 2019“ nun coronabedingt im kleinen Rahmen und unter freiem Himmel statt. „Ursprünglich wollten wir einen japanischen Fächertänzer und einen Taiko-Trommler auftreten lassen“, sagte Sportbürgermeister Martin Schairer bei seiner Ansprache zur Eröffnung der Auszeichnungsfeier. Doch auch diese Programmpunkte fielen im abgesagten Olympiajahr jetzt aus. Es war zu spüren: Trotz strahlendem Sonnenschein über dem schattenlosen Fußballfeld war es am Freitagnachmittag eine Veranstaltung, die nicht vergessen ließ, dass im Jahr der Pandemie über dem Sport dunkle Wolken stehen.

Vor allem für die Athleten selbst ist die wettbewerbsfreie Zeit ein Bürde: „Als Sportler zu trainieren, ohne zu wissen, wann der nächste Wettkampf wieder stattfindet, ist extrem schwierig.“ Aber auch deshalb betont die Turnerin des MTV-Stuttgart, Elisabeth Seitz, die am Freitag wie im Vorjahr die Auszeichnung „Stuttgarts Sportlerin des Jahres“ erhielt, dass ihr „diese Anerkennung sehr viel bedeutet“. Die 26 Jahre alte Olympiateilnehmerin von Rio könnte in diesem Jahr, wenn die Deutschen Meisterschaften der Turner tatsächlich noch stattfinden, mit dann 23 nationalen Meister-Titeln die alleinige Rekordhalterin im deutschen Kunstturnen werden.

Bei den Männern ging der Preis in Form eines Fernsehturm-Pokals an den Weitspringer Fabian Heinle vom VfB-Stuttgart. Für Heinle kam die Verschiebung der Olympischen Spiele freilich zur richtigen Zeit. „Ich bin ziemlich froh, dass es verschoben wurde“, sagte er. Heinle plagen Knieprobleme, die er jetzt hofft, in Ruhe auszukurieren. „Auf die kommenden Deutschen Meisterschaften werde ich noch verzichten.“ Sein nächstes Ziel soll die Hallen-EM sein. Heinle, dessen Bestweite bei 8,25 Meter liegt, ist derzeit einer der Top-20 Weitspringer der Welt. Für die überraschende Deutsche Meisterschaft im vergangenen Jahr erhielten die Volleyball-Damen von Allianz MTV Stuttgart die Mannschafts-Auszeichnung. Der Bundesligist hatte bereits 2017 den Preis gewonnen. Die 1,96 Meter große Lara Berger nahm stellvertretend für ihre gesamte Mannschaft den Pokal im Gazi-Stadion entgegen. Gewählt werden die Sportler des Jahres auf Grundlage eine Juryvorschlags durch ein Fachpublikum sowie von rund 400 Spitzensportlern aus Stuttgart.

Allianz MTV Stuttgart erhält Mannschafts-Auszeichnung

Der Präsident des Sportkreis Stuttgart, Fred-Jürgen Stradinger betonte, dass insbesondere in der derzeitigen Corona-Krise die Auszeichnung durch die Landeshauptstadt „ein wichtiges Symbol“ sei. „Alle, die solche tollen Erfolge erzielen, sind Vorbilder für Jugendliche und Erwachsene“. Stradinger schloss in seinen Dank auch die vielen Trainer und Übungsleiter ein, die sich zumeist ehrenamtlich für den Sport engagieren, und unterstrich, dass das Hilfspaket in Höhe von 2 Millionen Euro, das die Stadt als Corona-Hilfe für den Sport in Stuttgart geschnürt hat, „überlebenswichtig“ war.

Neben den Sportlern des Jahres wurden am Freitag drei Persönlichkeiten des Stuttgarter Sportlebens zu „Sportpionieren des Jahres 2020“ ausgezeichnet: Walter Betsch vom TB Cannstatt für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement im Verein, der sich insbesondere um die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund verdient gemacht hat. Auch das ehemalige SPD-Gemeinderatsmitglied und Mitglied im Sportausschuss des Gemeinderats, Hans H. Pfeifer, erhielt die Auszeichnung. Und Christoph Wüterich, der zwischen 1999 und 2005 Präsident des Deutschen Hockey-Bundes war. Die Sportkreisjugend ehrte zudem die Bahn- und Crossradfahrerin Isabel Kämpfert als „Jugendsportlerin 2019“. Den Preis für das Jugendteam erhielten die Läufer der 4 x 100-Meter-Staffel des VfB Stuttgart.

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