Die tolle Jugendarbeit bei der SpVgg Holzgerlingen hat eine weitere Nationalspielerin hervorgebracht: Auch ihre Vereinstrainer Annika Krisch (re.) und Rainer Krisch (li.) sind stolz auf Louisa Möbius (Mitte). Foto: SpVgg

Louisa Möbius von der SpVgg Holzgerlingen spielt seit kurzem in der U17-Volleyball-Nationalmannschaft. Für ihre Karriere musste sie ihren zweiten Lieblingssport zurückschrauben.

Viele Menschen suchen ihr Leben lang nach ihrer großen Leidenschaft. Louisa Möbius hat schon mit 15 Jahren gleich zwei davon gefunden. Ihr Herz brennt für den Sport. Konkret gesagt für zwei Sportarten: Volleyball und Leichtathletik.

 

Das Problem ist: Wenn man in einer davon so richtig erfolgreich sein will, muss man den Großteil seiner Zeit reinstecken. Vor ein paar Monaten musste sich Louisa Möbius deshalb entscheiden – und ihre Wahl fiel auf Volleyball. „Ich liebe Leichtathletik ebenfalls sehr und habe ihr viel zu verdanken“, betont sie. „Es hat mir vor allem in Sachen Dynamik und Kraft viel gebracht.“ Was man dort allerdings nicht hat, ist ein richtiger Teamaspekt. Und das war schlussendlich das ausschlaggebende Kriterium für die Entscheidung der Teenagerin. „Nichts geht über das Gefühl, wenn man mit der Mannschaft auf dem Feld steht und sich gemeinsam über jeden Punkt freut“, schwärmt sie.

Louisa Möbius trainiert sechsmal in der Woche Volleyball

Sechsmal die Woche steht Louisa Möbius inzwischen abends auf dem Volleyballfeld. Andere in diesem jungen Alter müssen sich nach der Schule motivieren, um ein Hobby auszuüben. Bei ihr ist es umgekehrt. „Für mich ist der Sport die Motivation.“ Bei ihrem Heimatverein SpVgg Holzgerlingen trainiert sie zweimal die Woche in der Frauen-Mannschaft. An den anderen Abenden geht es nach Stuttgart, wo sie beim Allianz MTV mitmischt, oder zu einer Einheit der Stützpunktmannschaft.

In der letzten Sommerferienwoche hat es Louisa Möbius außerdem in den Kader der U17-Nationalmannschaft geschafft. Eine Nominierung, von der sie selbst ziemlich überrascht war. „Im Vergleich zu den anderen Mädchen bei der Sichtung war ich mit 1,80 Metern nämlich ein bisschen klein“, erklärt sie. „Aber das konnte ich durch meine Sprungkraft wettmachen.“ Sie freut sich bereits auf ihre ersten Auftritte mit der deutschen Auswahl. „Ich bin schon gespannt, wie das wird“, sagt die 15-Jährige. „Das alles ist für mich noch sehr neu.“

Mit ihren 1,80 Metern zählte die 15-jährige Louisa Möbius zu den kleineren Mädels beim Nationalmannschaftslehrgang. Foto: SpVgg

Mit der Aufnahme in den Nationalkader hat Louisa Möbius auf jeden Fall einen Meilenstein erreicht, auf den sie immer hingearbeitet hatte. Und die Volleyballerin ist ja noch lange nicht am Ende ihrer Karriere angelangt. Zwar liegt das Abitur bereits in Blickweite, doch für die Zeit danach hat sie schon große Pläne. „Ich interessiere mich sehr für ein Psychologie-Studium, und würde gerne reisen“, sagt sie. „Vor allem aber will ich auch da noch erfolgreich im Volleyball sein.“ Ein großer Traum von ihr ist es, in Amerika ihrer Leidenschaft nachzugehen. „Da herrscht ein ganz anderer Vibe als hier.“

In der Familie von Louisa Möbius wurde der Erfolg der Tochter natürlich gebührend gefeiert. Kurz darauf gab es sogar einen weiteren Grund zur Freude, denn drei Wochen später wurde auch ihr Bruder Timo in die Nationalmannschaft aufgenommen. Allerdings nicht im Volleyball, sondern im Basketball. Das ist im Hause Möbius nämlich der eigentliche Familiensport. Auch Louisas Sportkarriere nahm ihre Anfänge dort. „Nebenan in der Halle wurde aber Volleyball trainiert, und ich habe immer da rüber geschielt“, erinnert sie sich lachend. „Ich fand das so spannend, und irgendwann durfte ich dann damit anfangen.“ Ein bisschen enttäuscht seien ihre Eltern über diesen Sinneswandel anfangs schon gewesen. „Aber sie haben mich natürlich immer unterstützt“, grinst die junge Frau. „Und ich konnte sie inzwischen auch vom Volleyball begeistern.“

Bei so viel Passion fragt man sich natürlich, was die Holzgerlingerin macht, wenn sie gerade nicht auf dem Feld steht? Gibt es solche Tage überhaupt? „Wenn ich frei habe, trainiere ich tatsächlich Leichtathletik“, sagt Louisa Möbius. „Damit ich das nicht komplett aus den Augen verliere.“ Denn auch wenn die Entscheidung schlussendlich auf Volleyball fiel: „Mir liegen beide Sportarten sehr am Herzen.“