Die Volleyballerinnen der Barock Volleys MTV Ludwigsburg und die Volleyballer des TV Rottenburg haben sich in der Fellbacher Gäuäckerhalle I zu württembergischen Pokalsiegern gekürt.
Fellbach war am Samstag der Mittelpunkt des württembergischen Volleyballs: In der Gäuäckerhalle I hat der SVF das diesjährige Pokalfinale des Volleyball-Landesverbands Württemberg (VLW) ausgerichtet und dabei den rund 250 Zuschauern einen rundum gelungenen Finaltag geboten – mit zwei hochklassigen Begegnungen, spannenden Sätzen und einer festlichen Siegerehrung als würdigen Abschluss.
Bei den Frauen gewannen die Barock Volleys MTV Ludwigsburg mit 3:0 (25:23, 25:20, 25:19) gegen den TSV Georgii Allianz Stuttgart. Als wertvollste Spielerinnen wurden Sarah Schaefers (Ludwigsburg) und Mia Zorn (Stuttgart) ausgezeichnet. Bei den Männern setzte sich anschließend der TV Rottenburg, der in der kommenden Saison in der ersten Liga aufschlagen wird, in einem Vier-Satz-Krimi gegen die TSG Tübingen durch – 3:1 (25:20, 13:25, 25:18, 25:22).
Die TSG Tübingen wehrt sich tapfer
Die TSG Tübingen, gecoacht von ihrer erfahrenen Trainerin Andrea Richter, hielt dem Favoriten phasenweise hervorragend stand. Dies zeigte sich besonders im zweiten Satz, der überraschend deutlich mit 25:13 Punkten an die Tübinger ging – ein starkes Ausrufezeichen der TSG. Rottenburgs Trainer Jan Scheuermann hingegen hatte den Finaltag bewusst genutzt, um allen Akteuren Spielpraxis zu geben: Er ließ auch jüngere Talente auflaufen und schonte teilweise die erfahreneren Kräfte auf der Bank. Als wertvollste Spieler wurden der Rottenburger Moritz Rauber und der Tübinger Henri Räwer-Tanguep ausgezeichnet.
Für Conny Marjanovic ist die Siegerehrung etwas Besonderes
Die Siegerehrung wurde hernach von Werner Hofmann (Pokalspielwart des VLW), Tillman Wied (Vorstand des SV Fellbach), Manohar Faupel (stellvertretender Geschäftsführer des VLW) sowie der ehemaligen Fellbacher Spielerin Conny Marjanovic gestaltet. Für Conny Marjanovic war es ein ganz besonderer Moment: Bereits im vergangenen Jahr hatte sie in Geißelhardt bei der Siegerehrung assistiert – und durfte dort ihrer Tochter Sara, die mit den Binder Blaubären TSV Flacht in dieser Saison in der Ersten Bundesliga spielte, die Goldmedaille umhängen. Dieses Jahr war es ihr Sohn Dominic Marjanovic, der mit dem TV Rottenburg auf dem Siegertreppchen stand und von ihr die Goldmedaille bekam.
Martin Feistritzer vom SV Fellbach als Schiedsrichter auf dem Stuhl
Geleitet wurden die beiden Begegnungen von Martin Feistritzer (SV Fellbach), Christopher Völker und Steffen Bußmann. Mit Martin Feistritzer stand ein Schiedsrichter mit ganz besonderer Fellbacher Vita auf dem Stuhl: Der ehemalige österreichische Nationalspieler war als Spieler für den SVF aktiv, führte den Verein als Trainer in die erste Liga, war anschließend Co-Trainer unter Brian Watson, als der SVF die Bundesliga-Vizemeisterschaft holte, und trainierte die Fellbacher später auch als Chefcoach in der Bundesliga. Bis heute ist er dem Verein als Trainer verbunden.
Die erste Veranstaltung seit 14 Jahren ohne offiziellen Vertreter der Stadt
Das Organisationsteam des SV Fellbach hatte diese Veranstaltung hervorragend auf die Beine gestellt und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Ein Wermutstropfen bleibt dennoch zu erwähnen: „Es war die erste Veranstaltung seit 14 Jahren, bei der kein offizieller Vertreter der ausrichtenden Stadt anwesend war; trotz rechtzeitiger Einladung“, sagte Werner Hofmann. Bei einem Event dieser Güte hätte man sich einen Bürgermeister oder zumindest dessen Stellvertreter gewünscht – alle anderen Kommunen hatten es sich in der Vergangenheit stets nicht nehmen lassen, diese hochkarätige Volleyball-Veranstaltung mit ihrer Präsenz zu würdigen.
Teams aus Ludwigsburg und Tübingen spielen im Regionalpokal
Die Teams aus Ludwigsburg und Tübingen haben sich damit auch für den Regionalpokal Süd qualifiziert. Dort treffen sie auf die Pokalsieger aus Nord- und Südbaden und können sich für den DVV-Pokal empfehlen. Die TSG Tübingen als Zweitplatzierte, weil der TV Rottenburg als künftiger Erstligist sowieso im DVV-Pokal verteten sein wird.