Kapitänin Krystal Rivers und die Stuttgarter Volleyballerinnen: Die Champions League macht Spaß. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Die Stuttgarter Bundesliga-Volleyballerinnen zeigen beim ersten von zwei Turnieren in der Gruppenphase der Königsklasse in Istanbul ihr großes Potenzial – und jetzt kommt der neue Trainer.

Istanbul/Stuttgart - Wie sehr drei Spiele an drei Tagen gegen drei internationale Top-Teams an die Substanz gehen, zeigte sich beim abschließenden 0:3 (23:25, 20:25, 20:25) von Allianz MTV Stuttgart gegen Lokomotive Kaliningrad. Und trotzdem fiel das Fazit von Kim Renkema nach dem ersten Teil der Gruppenphase in der Champions League absolut positiv aus. „Die Mannschaft kann stolz auf sich sein, unsere Resultate waren viel besser als erwartet“, sagte die Sportdirektorin des Volleyball-Bundesligisten, „wir haben gezeigt, dass wir sogar Gegner von Weltformat schlagen können, wenn wir richtig gut spielen.“

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In der Tat haben die Stuttgarterinnen durch das 2:3 zum Auftakt gegen Gastgeber Eczacibasi Istanbul und den sensationellen 3:2-Sieg am Mittwoch gegen Dinamo Moskau, den Tabellenführer der russischen Super League, nicht nur drei Punkte geholt, sondern sich zugleich gehörig Respekt erarbeitet. „Ich würde mir in der russischen Meisterschaft mehr derartigen Widerstand wünschen“, sagte zum Beispiel Dinamo-Außenangreiferin Yana Shcherban, „es ist interessant, gegen einen so starken Gegner zu spielen.“

Kleinster Etat, kleinster Kader

Dabei sind die Voraussetzungen der Clubs gänzlich unterschiedlich. „Eczacibasi und Dinamo arbeiten mit Etats jenseits der zehn Millionen Euro“, erklärte Renkema, und auch Kaliningrad könne rund vier mal mehr Geld ausgeben als Allianz MTV Stuttgart (1,7 Millionen Euro): „Da muss man sich schon realistische Ziele setzen. Es wäre ja auch ziemlich schwierig für den VfB Stuttgart, drei mal nacheinander Real Madrid zu schlagen. Wir haben in Istanbul mit dem kleinsten Kader eine super Leistung gezeigt – und sogar eine absolute europäische Spitzenmannschaft bezwungen. Das war grandios.“

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Nun gilt es, das in der Königsklasse gezeigte Niveau auch regelmäßig in der Bundesliga abzurufen. Im Alltag, wenn der Druck größer ist. Verantwortlich dafür wird künftig Tore Aleksandersen sein. Der neue Trainer, Nachfolger des vor knapp drei Wochen zurückgetretenen Giannis Athanasopoulos, kommt am Wochenende nach Stuttgart, am Montag wird er seine erste Einheit in der Scharrena leiten. „Die Mannschaft hat in Istanbul einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht“, sagte Kim Renkema, die auch den als Interimscoach eingesprungenen Erik Reitsma lobte, „nun bin ich gespannt auf die Arbeitsweise von Tore Aleksandersen. Ich bin mir sicher, dass er neue Energie reinbringen und das Team so gut wie möglich in Richtung Play-offs führen wird.“ Das nächste Bundesliga-Spiel ist am 26. Dezember in Vilsbiburg. Es bleibt also etwas Zeit, um die Akkus wieder aufzuladen.

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