Heino singt auf seinem neuen Album „Mit freundlichen Grüßen“ Popsongs – das gefällt nicht allen Foto: Christian Brodack/Promo

Mit Liedern von den Ärzten, Nena oder Rammstein hat Heinz Georg Kramm, besser bekannt als Heino, den Coup des Jahres gelandet. Popsongs und Volkslieder hätten sowieso viel mehr gemein als die meisten glauben, sagt der 74-Jährige im Interview.

Stuttgart/Kitzbühel - Mit Liedern von den Ärzten, Nena oder Rammstein hat Heinz Georg Kramm, besser bekannt als Heino, den Coup des Jahres gelandet. Popsongs und Volkslieder hätten sowieso viel mehr gemein als die meisten glauben, sagt der 74-Jährige im Interview.


Herr Kramm, wo erwische ich Sie gerade?
Hannelore und ich fahren gerade in Kitzbühel los. Wir sind auf dem Weg nach Regensburg. Dort geben ich heute ja noch ein volkstümliches Konzert.

Ist das nicht ziemlich anstrengend, ständig unterwegs zu sein?
Och, ich hatte ja 50 Jahre Zeit mich daran zu gewöhnen.

Mit dem Album „Mit freundlichen Grüßen“ haben Sie es aber jetzt erstmals in Ihrer 50 Jahre andauernden Karriere auf Platz eins der deutschen Albumcharts geschafft. Auch daran könnte man sich gewöhnen, oder?
Natürlich! Ich hätte nicht gedacht, dass das so einschlägt. Ich hatte zwar damit gerechnet. dass das was für die Medien ist, weil das ja ziemlich ungewöhnlich ist, dass ich Rock oder Pop mache. Dass sich aber die Platte zum Beispiel per Download innerhalb von drei Tagen mehr verkauft hat als jedes andere deutschsprachige Album zuvor, das ist schon sensationell.

Es gab aber auch Leute, die sich über Ihre Interpretation der Lieder von den Ärzten, Rammstein, der den Fantastischen Vier aufregten und gefragt haben: Darf Heino das überhaupt?
Darf ich wohl. Ich hätte die Songs nur nicht verändern dürfen. Wir haben ja vorher nachgefragt. Das streiten die Interpreten, die sich aufgeregt haben, gerne ab. Inzwischen ist es aber ruhig geworden, nachdem sich die Platte so gut verkauft.

Schließlich verdienen die Komponisten der Originale eifrig mit.
Ja, und das gar nicht schlecht.

Ziemlich heftig hatte zunächst die Band Oomph! reagiert.
Die haben sich fürchterlich aufgeregt und behauptet, ich würde völkisches Liedgut verbreiten. Und dann führen die ein Lied an wie „Es steht ein Soldat am Wolga­strand“ – und wissen noch nicht einmal, dass das aus Franz Lehárs Operette „Der Zarewitsch“ ist, und dass der Soldat, der am Strand steht, ein Russe ist. Da muss ich mich schon wundern, dass die so wenig musikalisch gebildet sind.
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