Der Schauspieler Walter Sittler und seine Frau Sigrid Klausmann Sittler haben ihre Stimme gegen Stuttgart 21 schon abgegeben. Foto: dpa

Der Stuttgart-21-Gegner hält Beteiligung an der Volksabstimmung für Bürgerpflicht.  

Stuttgart - Da der Schauspieler und Wahl-Stuttgarter Walter Sittler am Abstimmungs-Sonntag beruflich verhindert ist, gab er gemeinsam mit seiner Frau, der Regisseurin Sigrid Klausmann-Sittler bereits elf Tage vor der eigentlichen Wahl seine Stimme gegen das Milliardenprojekt Stuttgart 21 ab. „Das 'JA zum Ausstieg' ist ungeheuer wichtig für unser Land, für unsere Zukunft“, sagte Sittler. „Wir wollen gemeinsam oben bleiben – das gilt nicht nur für den Stuttgarter Bahnhof, das gilt für ganz Baden-Württemberg. Deshalb ist es wichtig, dass nicht viele Milliarden wertvolles Steuergeld in Stuttgart vergraben werden, während das Geld überall sonst im Land fehlt."

Baden-Württemberg brauche eine gut funktionierende Infrastruktur

Baden-Württemberg sei das Land der Mittelständler. Die mittelständische Wirtschaft brauche eine gut funktionierende Infrastruktur im ganzen Land. Die Verteilung von Steuergeldern sei aber auch eine Frage der Gerechtigkeit. "Wir haben hier in Stuttgart einen der besten und leistungsfähigsten Bahnhöfe Deutschlands. Da kann es nicht angehen, dass Steuergeld ausgegeben wird, um ausgerechnet hier einen unnötigen und auch noch schlechteren Bahnhof zu bauen, während überall sonst im Land das Geld für wichtige Infratrukturmaßnahmen fehlt", betonte Sittler.

Sittler hält Beteiligung an der Volksabstimmung für Bürgerpflicht 

Der prominente Stuttgart-21-Gegner hält eine Beteiligung an der Volksabstimmung für Bürgerpflicht. „Ich bin dafür, dass alle hingehen, egal wie sie abstimmen, damit wir unsere Demokratie stützen“, sagte er bei seinem Gang an die Urne. Es sei ein demokratisches Recht und die Bürger stünden in der Verantwortung zu zeigen, was sie wollen, so Sittler. Wer am Wahltag verhindert ist, hat bis einschließlich Freitag, den 25. November die Möglichkeit, die Briefwahl zu nutzen. Es besteht auch die Möglichkeit, zum Bezirksamt seines Wahlkreiseszu gehen. Mitzubringen sind lediglich die Stimmbenachrichtigung und der Personalausweis. Der Stimmzettel kann dann direkt in die bereits bereitstehenden Wahlurnen eingeworfen werden.

Sollte die Mehrheit mit "Nein" stimmen gehe er nicht mehr auf die Straße

Sollte die Mehrheit mit „Nein“ und damit gegen einen Ausstieg des Landes aus der gemeinsamen Projektfinanzierung stimmen, werde er nicht mehr auf die Straße gehen, sagte Sittler. Er werde aber weiter dafür kämpfen, dass Stuttgart 21 nicht gebaut wird und für die Stärkung der direkten Demokratie im Südwesten einstehen. Das Bedürfnis der Bürger, mitgestalten zu wollen, werde bleiben. „Das ist ein positiver Effekt weit über Baden-Württemberg hinaus und betrifft die ganze Republik inzwischen.“

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