Vielerorts hat es sich für die Turteltaube ausgeturtelt. Foto: dpa/Ralf Thierfelder

Für sie hat es sich vielerorts ausgeturtelt: Die Turteltaube ist laut Umweltschützern seltener geworden. Vogelexperten machen dafür auch die intensive Landwirtschaft verantwortlich.

Jena - Die Turteltaube - von Umweltschützern zum „Vogel des Jahres 2020“ gekürt - ist in Thüringen auf dem Rückzug. „Im Freistaat brüten noch 1500 bis 2000 Paare“, informierte Ornithologe Klaus Lieder vom Nabu Thüringen. „Vorzugsweise kommen sie bei uns in den unteren Mittelgebirgslagen vor.“ Dagegen fehlten sie in großen Teilen des Thüringer Waldes, teils auch in den Ackerbaugebieten des Thüringer Beckens und in Nordostthüringen. Mit ihrem farbenfrohen Gefieder gilt die Turteltaube als Symbol der Liebe.

Nach Angaben der Umweltschützer steht sie als global gefährdete Art auf der weltweiten Roten Liste. Seit 1980 sei der Bestand in Deutschland um 90 Prozent geschrumpft, inzwischen seien ganze Landstriche turteltaubenfrei. Der Grund: Laut Nabu fehlt es an geeigneten Lebensräumen wie abwechslungsreichen Wäldern und Feldrändern. Auch verschlechtere die intensive Landwirtschaft die Lebensbedingungen der Vögel, die sich bevorzugt von Wildkräuter- und Baumsamen ernährten. Zudem fielen in der EU jedes Jahr mehr als 1,4 Millionen Turteltauben der Jagd zum Opfer.

Taube soll geschützt werden

„Was wir in unserer Landschaft wieder brauchen ist Strukturvielfalt“, forderte Lieder. „Vor allem müssen sich Hecken wieder in unserem Landschaftsbild finden und Bäche müssen sich frei durch die Landschaft schlängeln dürfen.“ Ebenso wichtig sei es, den Einsatz von Pestiziden drastisch zu verringern.

Um die Tauben zu schützen, hat der Nabu eine Petition gestartet, mit der Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dazu bewegt werden soll, sich für das dauerhafte Aussetzen der Abschussgenehmigungen in den EU-Mitgliedsstaaten einzusetzen.

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