Mit welchem Equipment man in Stuttgart am besten Vögel beobachten kann, wie man die Tiere in den eigenen Garten oder an den Balkon bekommt und was man beim Birdwatching beachten sollte.
Urban Birdwatching erobert die Städte als neuer Trend: Auf Social Media begeistern Videos von exotischen Vögeln und kreativen Tarnungen Millionen. Auch in Stuttgart warten gefiederte Schätze in Parks und Gärten – ohne Ausflug. Wie man in Stuttgart am besten Vögel beobachten kann und worauf man achten sollte.
Urban Birdwatching als Trend
Vogelbeobachtung wird immer beliebter. Auf Social Media finden sich zahlreiche Videos bunter Vögel, die von geduldigen Menschen beobachtet werden. Teils über Kameras, teilweise ganz hautnah, dank teils skurriler Tarnungen. Um zahlreiche verschiedene Vögel zu beobachten, muss man nicht einmal die Innenstadt verlassen – auch mitten in Stuttgart lassen sich zahlreiche Vögel beobachten. Bücher wie „Urban Birding“ oder „How to be an urban birder“ von David Lindo verstärken den Trend ebenso wie geführte Touren durch Großstädte.
Urban Birdwatching in Stuttgart
Auch in Stuttgart ermöglicht der Anbieter Birding Tours das Urban Birding für Anfänger. Mit einem erfahrenen Guide ist man in einer Gruppe einen ganzen Tag unterwegs in der Schwabenmetropole auf der Suche nach gefiederten Schätzen. Neben Spechten, Mandarinenten, Alpenseglern und Gartenrotschwänzen begeben sich die Teilnehmer auch auf die Suche nach den berühmten Stuttgarter Gelbkopfamazonen. Auf der Webseite von Birding Tours finden sich Termine und weitere Informationen.
Wo kann man zuhause am besten Vögel beobachten?
Wer Vögel gerne in seinem nächsten Umfeld beobachten möchte, idealerweise sogar ohne das Haus verlassen zu müssen, richtet Vogelbeobachtungsstationen im eigenen Garten, auf dem Balkon oder dem Fensterbrett ein.
Tierische Besucher richten sich nach dem Futterangebot auf dem Balkon oder Fensterbrett. Hat man viele Blühpflanzen auf dem Balkon, kann man viel Besuch von Insekten erwarten. Die typischen Stadtvögel in Stuttgart kann man mit dem richtigen Futter ebenfalls auf seinen Balkon oder in seinen Garten locken. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Vögel vor eventuellen Fressfeinden wie Katzen geschützt sind.
Futterhaus am Fenster
Ob am Balkonfenster oder an einer normalen Fensterscheibe: Futterhäuser, die für das Anbringen in Fensternähe gedacht sind, bringen Vögel ganz nah:
- Futtersäulen mit Saugnäpfen
- Bird Swing
- Fenster-Energieblockhalter
- Transparente Futterhäuschen mit Saugnäpfen
Vogelhaus mit Kamera
Wer keine Futterstelle direkt am Fenster anbringen kann oder will, kann auch im Garten oder am Balkongeländer ein Vogelhaus installieren. Möchte man die Vögel jedoch trotzdem aus nächster Nähe beobachten können, benötigt man dafür eine Kamera. Zwei Optionen stehen Vogelfreunden dann zur Wahl:
- Vogelhaus mit integrierter Kamera
- Vogelhaus und externe Wildtierkamera
Zur perfekten Vogelbeobachtung gibt es zahlreiche Vogelhäuser mit integrierten Kameras. Diese werden in der Regel über WLAN mit dem Handy gekoppelt, sodass Vogelfreunde auf diesem die Videos der Tiere ansehen können. Viele Anbieter ermöglichen sowohl eine Live-Übertragung als auch eine Aufnahmeoption mittels Bewegungsmelder. Die Kamera erkennt Bewegungen und startet automatisch eine Aufnahme. So können Vogelvideos auch nachgeschaut werden, wenn man ein Tier verpasst hat. Solche Häuser können in der Regel über ein Stromkabel oder über Solarstrom geladen werden. Bekannte Anbieter sind Birdbuddy oder Birdfy. Verschiedene Modelle, unter anderem einen Nistkasten mit Kamera gibt es auch bei Vogelhaus mit Kamera.
Wer lieber ein „normales“ Vogelhaus anschaffen möchte, kann die Vögel mit einer Wildtierkamera beobachten. Es gibt verschiedenste Modelle: manche können an Bäume gebunden werden, andere ähneln einer Computer-Webcam und wieder andere werden außerhalb des Futterhäuschens über einen Arm befestigt.
Ferngläser zur Vogelbeobachtung
Beobachtet man die Tiere nicht über eine Kamera, sind sie mit etwas Distanz meist nur schwer zu sehen. Hier kann ein Fernglas zum Einsatz kommen. Die Preisspanne ist groß, die Unterschiede auch. Anfänger sollten im ersten Schritt nicht zu einem Luxus-Modell greifen, sondern sich erstmal mit einem Standard-Fernglas herantasten.
Wichtig ist, dass man auch am frühen Morgen und in der Dämmerung gute Sicht hat. Die Objektivlinse regelt den Lichteinfall und bestimmt so, wie hell die Bilder sind, die man durch das Fernglas sehen kann. Damit man hier zum richtigen Modell greift, muss man die technischen Angaben verstehen. Ein Fernglas mit 10x42 bietet eine zehnfache Vergrößerung bei einem Durchmesser der Objektivlinse von 42 Millimetern. Je größer die Linse ist, desto mehr Licht kann aufgenommen werden und desto besser kann man in der Dämmerung oder am frühen Morgen sehen. Dabei gilt es noch zu beachten, dass Ferngläser mit größerer Linse auch schwerer sind. Wer gerne viel damit unterwegs sein möchte, sollte definitiv das Gewicht beachten.
Wer Vögel im eigenen Garten beobachtet, muss in den meisten Fällen gar nicht zum Fernglas greifen. Ist doch eines nötig, genügt auch eine geringere Vergrößerung.
Apps zur Vogelbestimmung: Vögel ganz einfach mit dem Smartphone erkennen
Echte Birdwatcher möchten auch gerne wissen, welchen Vogel sie da vor der Linse haben. Apps zur Vogelbestimmung helfen, Vögel zu bestimmen. Die NABU-App „Vogelwelt“ bietet kostenlos Fotos von über 315 Vogelarten zum Bestimmen und Vergleichen. Zu jeder Art gibt es sogenannte „Bestimmungstafeln“, die die artentypischen Merkmale wie Federkleid, Kopf, Schnabel und Beine bieten. Umfangreiche Artenporträts unterstützen beim Sammeln von Vogelwissen. In der kostenpflichtigen erweiterten Version können auch Vogelstimmen und Videos freigeschalten werden. In einer Sichtungsliste lassen sich alle Arten festhalten, die Vogelliebhaber bereits gesichtet haben – inklusive Sichtungsdatum. Die Bilderkennung der „Vogelwelt“-App ermöglicht das Hochladen eines Fotos und die automatische Erkennung durch die App.
Mit der App „Picture Bird“ können Vogelfreunde einen Vogel am Foto erkennen. Die App ist in der Basis-Version kostenlos und liefert Bestimmungsergebnisse für über 10.000 Arten weltweit. Die hochgeladenen Bilder werden automatisch geschärft, damit die Arten besser erkannt werden können. Nutzer können ein eigenes Vogelsammelalbum anlegen und es mit ihren Freunden teilen. Auch eine Erkennung der Vogelgesänge ist in dieser App verfügbar.
Der kostenlose weltweite Vogel-Guide mit Bildern, Vogelstimmen und Karten wird vom Cornell Lab bereitgestellt. „Merlin Bird ID by Cornell Lab“ identifiziert für Vogelfreunde typische Gesänge und Rufe und bietet zeitgleich eine große Datenbank verschiedener Vogelgesänge. Auch die Bilderkennung via Foto ist über die App verfügbar. Sie funktioniert auch offline, kann also auch wunderbar unterwegs verwendet werden. Über die Bird ID Wizard Funktion können Vogelsichtungen auch ohne Foto identifiziert werden. In mehreren Schritten werden die Größe, Farbe und das Verhalten des Tieres abgefragt, woraufhin eine Liste möglicher Übereinstimmungen angezeigt wird. In einer Life List können Vogelfreunde ihre Sichtungen speichern.
Wie sollte man sich beim Vogelbeobachten verhalten?
Möchte man Vögel beobachten, ist ein rücksichtsvolles und unauffälliges Verhalten grundlegend. Grundsätzlich sollte man sich gesichteten Vögeln nicht aktiv nähern, sondern abwarten, ob sich das Tier von sich aus nähert. Zu sensiblen Plätzen wie Nistplätzen und Nestern sollte man unbedingt mindestens 50 Meter Abstand halten. Möchte man die Vögel nicht verscheuchen, sollte man sich grundsätzlich unauffällig kleiden, sich langsam bewegen, ruckartige Gesten und störende Geräusche vermeiden.