Guckt etwas verwirrt, sieht aber ansonsten freundlich aus: Das autonome Shuttle, das Bertrandt derzeit entwickelt. Foto: Bertrandt

Noch ist es Zukunftsmusik, aber irgendwann soll das Shuttle BumbleB ganz alleine fahren und den öffentlichen Nahverkehr ergänzen – vor allem im ländlichen Raum.

Dass sie sich eine Aufgabe vorgenommen haben, die einen gewissen Glauben an die Zukunft und Optimismus verlangt, zeigt allein schon die Art und Weise, wie das Ehninger Unternehmen Bertrandt über ihr aktuelles Projekt schreibt: das autonom fahrende Shuttle „BumbleB“, zu deutsch Hummel.

 

„Wussten Sie, dass die Hummel – wenn sie lesen könnte – vermutlich nicht fliegen würde?“, teilt das Unternehmen Bertrandt auf seiner Homepage eine viel zitierte Anekdote. Sie habe als „fluguntauglich“ – zu schwer, zu kleine Flügel – gegolten. „Doch die Hummel weiß das nicht. Und sie fliegt“, geht der Text auf der Homepage weiter.

Minibus ganz ohne Fahrer

Diese Geschichte soll wohl zeigen, vor welchen Hürden das autonome Fahren in Deutschland noch steht. Die Entwickler müssen sich offenbar immer wieder Sätze wie „Das geht nicht – zu viele Hürden, zu komplizierte Zulassung, zu teuer im Betrieb“ anhören. Weitermachen wollen sie trotzdem. Und mit dem Namen des Shuttles und der damit verknüpften Geschichte treten sie möglichen Kritikern geschickt entgegen.

Aber was steckt überhaupt hinter der Idee? Bertrandt entwickelt das Shuttle BumbleB, eine Art Mini-Bus, der irgendwann ganz ohne Fahrer durch die Straßen rollen soll, in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule in Bern. Laut einer aktuellen Mitteilung soll es vor allem als „Mobilitätslösung für den ländlichen Raum“ dienen.

Mobilität im ländlichen Raum

Das Unternehmen identifiziert Herausforderungen wie immer weniger Busfahrer oder ineffiziente, große Busse auf der einen und eine immer älter werdende Bevölkerung, die möglicherweise nicht mehr selbst Auto fährt, aber mobil bleiben möchte, auf der anderen Seite.

An dieser Stelle soll laut Mitteilung das Shuttle ansetzen. Grundsätzlich könne BumbleB überall zum Einsatz kommen, der Fokus liege aber auf weniger erschlossenen Regionen. Wie genau der Shuttle-Service funktionieren könnte, wann tatsächlich eine Hummel von Bertrandt auf der Straße unterwegs ist und wie viel es die Nutzer kosten würde, ist aber noch Zukunftsmusik.

Mehrere Projekte zu autonomen Shuttles

Bertrandt verfolgt schon länger die Idee eines autonom fahrenden Shuttles. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen die „Ameise“ vorgestellt, an der es als Entwicklungspartner beteiligt ist. Das Fraunhofer-Institut in Stuttgart koordiniert das Projekt Ameise, an dem weiter geforscht wird.

Überhaupt gibt es in Deutschland zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu selbstfahrenden Kleinbussen. Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen zählt Projekte in zwölf Städten auf. So fuhren ab Oktober 2024 beispielsweise autonome Kleinbusse vom Technolgiekonzern ZF im Testbetrieb durch Mannheim und Friedrichshafen.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat in diesem Zusammenhang unter anderem untersucht, wie Bürgerinnen und Bürger auf die Shuttles reagieren. Das Ergebnis: Laut einer Mitteilung des KIT war nicht nur die Akzeptanz, sondern auch das Nutzerinteresse groß. Es bleibt also spannend wie es mit den autonomen Kleinbussen weitergeht und wann Bertrandts BumbleB von ganz alleine fliegt.