Trainer Tin Matkovic ist beim HTC Stuttgarter Kickers ein viel beschäftigter Mann. Foto: Günter Bergmann

Tin Matkovic, Cheftrainer des HTC Stuttgarter Kickers, will beim Hockey-Zweitligisten neben sportlichem Erfolg auch die Strukturen stärken.

Tin Matkovic bezeichnet sich selbst als „Hockey-Nerd“ und den Sport als sein Leben. Deshalb ist es für den Trainer des Zweitligisten HTC Stuttgarter Kickers völlig normal, mehrere Positionen innezuhaben. Neben seiner Tätigkeit als Männercoach an der Hohen Eiche und Assistenztrainer bei der polnischen Nationalmannschaft hat der 37-Jährige im Winter zusätzlich den vakanten Trainerposten der Regionalliga-Frauen beim Stuttgarter Hockeyclub übernommen. Die aktuelle Situation stellt den Familienvater aber auch vor Herausforderungen. „Das ist schon sehr viel momentan“, gesteht Matkovic. Geplant ist die aktuelle Lösung bis zum Sommer. „Mal schauen, was dann passiert“, sagt der Coach.

 

Der gebürtige Kroate kam verhältnismäßig spät zum Hockey. Erst mit 13 Jahren erlernte er in seiner Heimatstadt Zagreb den Sport. „Vom ersten Moment an habe ich das Spielen geliebt“, erzählt Matkovic. Doch zwei frühe Rückenoperationen beendeten seine kurze, aber erfolgreiche Laufbahn bereits mit 24 Jahren. Zuvor wurde er mehrfacher kroatischer Meister und Nationalspieler.

Schon zu seiner Zeit als Spieler beim TSV Schott Mainz finanzierte Matkovic seinen Aufenthalt mittels Trainerjob. Nach seinem Karriereende als Spieler stieg er in Belgien richtig ins Trainergeschäft ein. „Mein Aufstieg ging rasant“, erinnert er sich. Zunächst übernahm er beim Royan HC Brügge ein Juniorenteam, ehe er es in fünfeinhalb Jahren bis zum dortigen Männer-eins-Coach brachte. 2020 folgte dann der Wechsel nach Österreich zum SV Arminen Wien. Dort bekleidete Matkovic auch bereits mehrere Positionen gleichzeitig: Frauentrainer, Koordinator der weiblichen Jugend sowie Co-Trainer der Herren, der österreichischen Damen-Nationalmannschaft und der U-21-Auswahl.

2022 kehrte Matkovic nach Deutschland zurück und wurde Cheftrainer beim Erstligisten Berliner HC. Vergangenes Jahr führte er dessen Frauenmannschaft in der Halle bis ins Finale um die deutsche Meisterschaft gegen den Mannheimer HC (2:3). „Das Finale war sicherlich ein Höhepunkt, die gesamte Entwicklung der Mannschaft in dieser Zeit war für mich aber ebenfalls ein Erfolg“, sagt Matkovic.

Langfristig will er auch beim HTC Stuttgarter Kickers etwas aufbauen. Seit dem vergangenen Sommer ist er mit seiner Frau Ivona und seiner Tochter in Stuttgart. „Wir wollen die Nummer drei in Baden-Württemberg werden“, sagt er. Sportlich, aber auch strukturell. „Wir wollen, dass die Toptalente dann bei uns bleiben und nicht woanders hingehen“, sagt Matkovic. Dann sei der Sprung in die erste Liga nicht mehr schwer. Bis dahin sei es allerdings „noch ein weiter Weg“.

Für die aktuelle Runde der Männer lautet das Ziel: Klassenverbleib. Nach der Niederlage vor einer Woche zum Wiederbeginn in Wiesbaden (2:3) gehen die Kickers als Sechster von zehn Mannschaften in die ersten beiden Heimspiele der Rückrunde gegen den TC Blau-Weiß Berlin an diesem Samstag (11.30 Uhr) sowie tags darauf (12 Uhr) gegen den Cöthener HC. „Wir haben aktuell enormes Verletzungspech“, berichtet der Trainer. Sechs Stammspieler, darunter der Winter-Neuzugang Keanu Ciafardini (von SV Böblingen), fehlen momentan. Zudem legt Paul Breuling aus beruflichen Gründen eine Pause ein. Im Gegenzug stießen zur Rückrunde der Niederländer Sebastiaan Tuil und der Neuseeländer Thomas Meder als Verstärkungen hinzu. Sie waren bereits beim einwöchigen Trainingslager in der Türkei dabei.