Im Virtuellen Stadtmuseum Winnenden werden die spannendsten Momente und größten Meilensteine aus 175 Jahren Feuerwehrgeschichte präsentiert. Einfach durchklicken und entdecken.
Die Freiwillige Feuerwehr Winnenden (Rems-Murr-Kreis) wurde im Jahr 1850 gegründet – und gehört damit zu den ältesten Feuerwehren des Landes. In einer neuen Ausstellung im Virtuellen Stadtmuseum Winnenden ( https://www.virtuelles-stadtmuseum-winnenden.de) werden jetzt die wichtigsten Meilensteine und Herausforderungen ihrer Geschichte präsentiert. Mehr als 80 Abbildungen lassen die Entwicklung der Feuerwehr lebendig werden.
Was erwartet die Besucher in der virtuellen Ausstellung? Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen, denen sich die Winnender Feuerwehr im Laufe ihrer langen Geschichte stellen musste, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Winnenden. So war ein immer wiederkehrendes Problem der Mangel an Personal: Während des Ersten Weltkrieges sprang die Feuerwehr der Heilanstalt Winnental ein und half beim Löschen von Bränden. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mussten Jugendliche und junge Frauen die Lücken füllen, die durch Einberufungen entstanden waren. Auch strukturelle Anpassungen waren nötig, etwa nach den Eingemeindungen nach Winnenden zwischen 1971 und 1974.
Die Feuerwehr Winnenden wurde nach der gescheiterten Revolution von 1848/49 gegründet. Die Gründerväter, die die Ideen dieser Bewegung unterstützt hatten, wollten nun im Kleinen Verbesserungen erreichen – unter anderem beim Brandschutz. In den ersten Jahrzehnten bestand die Wehr aus Freiwilligen und feuerwehrpflichtigen Männern der Stadt. 1913 wurde sie schließlich komplett freiwillig organisiert.
Motorisierung der Feuerwehr: Vom Spritzenwagen zum Fuhrpark
Technik-Fans erfahren in der Ausstellung, wie die Feuerwehr Winnenden motorisiert wurde: 1922 kam die erste Benzinmotorspritze, 1939 das erste Feuerwehrauto, an das die Spritze angehängt werden konnte. Mit dem wachsenden Fuhrpark wurde auch der Platz knapp – am 8. September 1973 feierte man deshalb die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses an der Ecke Wiesenstraße/Mühltorstraße.
Die Zahl und Art der Einsätze hat sich im Laufe der Jahre stark gewandelt. Um 1925 gab es nur wenige Alarmierungen pro Jahr, die sich fast ausschließlich auf das Löschen von Bränden beschränkten. Heute rückt die Feuerwehr Winnenden zwischen 150 und 200 Mal jährlich aus – und das nicht nur zu Bränden, sondern auch zu Gefahrguteinsätzen, Überlandhilfe und anderen Notfällen.
Feste – eine willkommene Abwechslung zum Alltag
Gelegenheiten, die eigenen Erfolge zu feiern und den Zusammenhalt zu stärken, boten und bieten bis heute vor allem Feste – allen voran die Jubiläen. So war das 100-jährige Bestehen im Jahr 1950 für Feuerwehrleute wie Besucher eine willkommene Abwechslung im schwierigen Alltag der Nachkriegszeit. Eine Schauübung am Rathaus und eine imposante Wasserfontäne aus 20 Strahlrohren am Marktbrunnen gehörten – neben dem Festumzug – zu den Highlights. Weit über Winnenden hinaus bekannt wurde später das Feuerwehrmuseum, das 2002 in einem ehemaligen Güterschuppen der Bahn eröffnet wurde.
Grundlage der Ausstellung war eine Ausarbeitung von Oliver Kubitza. Der Feuerwehrangehörige ist im Feuerwehrmuseum Winnenden und in mehreren feuerwehrhistorischen Gremien engagiert, heißt es in der Pressemitteilung.
Interessierte finden die Ausstellung im Virtuellen Stadtmuseum Winnenden (https://www.virtuelles-stadtmuseum-winnenden.de) auf der Seite „Museum“ im Themenraum „Gemeindeverfassung und -verwaltung“, Unterthema „Aufgaben“. Die Ausstellung gliedert sich in 15 thematische Abschnitte, die durch insgesamt mehr als 80 Abbildungen anschaulich gemacht werden.