Villa von Eugen Bolz Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Die Villa des hingerichteten Nazigegners Eugen Bolz könnte nun doch vor dem Abriss bewahrt werden. Der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart plädiert gegenüber Ministerpräsident Winfried Kretschmann dafür, das Haus als Gedenk- und Bildungsstätte zu erhalten.

Stuttgart - Die Chancen, dass die frühere Villa des hingerichteten Nazigegners Eugen Bolz doch vor dem Abriss bewahrt werden kann, steigen. Am Montag hat sich der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart zu Wort gemeldet. In einem Schreiben wird Ministerpräsident Windried Kretschmann gebeten, das ehemalige Wohnhaus von Bolz in Stuttgart zu erhalten und als Geschenk- und Bildungsstätte für den früheren württembergischen Staatspräsidenten und dessen Widerstand gegen den Nationalsozialismus einzurichten. Auf diesen Position hat sich der Diözesanrat unter dem Vorsitz von Bischof Gebhard Fürst in seiner Sitzung vom 26. September, die in Untermarchtal stattfand, mit großer Mehrheit verständigt.

„Eugen Bolz hat als einer der ganz wenigen Politiker in dieser Zeit in außergewöhnlichem Maße Zivilcourage gezeigt und kann somit den Menschen heute und künftigen Generationen in hervorragender Weise als Vorbild dienen“, heißt es in dem Brief an das Landesoberhaupt. Der Diözesanrat sehe auch, „dass dieses Gebäude an sich keinen Wert als Denkmal besitzt und der Besuch durch seine Lage in einem Wohngebiet erschwert ist“. Dennoch habe bei den Delegierten der Wunsch überwogen, in der Villa eine Möglichkeit zu schaffen, Bolz’ herausragendes politisches Wirken öffentlich zu würdigen. In seiner Heimatstadt Rottenburg gibt es mit seiner Taufkirche St. Moriz einen Gedenkort für Eugen Bolz, der in besonderer Weise seine religiöse Haltung würdigt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: