Occupy Villa Berg sammelte Ideen zur Nutzung der Villa Foto: Max Kovalenko

Sie haben ihr wichtigstes Ziel erreicht. Die Villa Berg gehört wieder der Stadt. Was nun? Die Bürger, die als Occupy Villa Berg zusammengefunden haben, wollen ihre Ideensammlung der Stadt übergeben und ihre Arbeit beenden.

Stuttgart - Juristen würden zur Vorsicht mahnen. Noch ist die Villa Berg im Besitz der Firma PDI. Erst wenn am 16. Juli der Gemeinderat den Handel bestätigt, wird die Villa vom 1. August an wieder der Stadt gehören. Nun mahnt die wechselvolle Geschichte des 1853 eingeweihten Schlosses zur Vorsicht, aber eigentlich dürfte nichts mehr schiefgehen. Das glauben auch Christian Dosch, Torsten Puttenat, Deborah Brinkschulte und ihre Mitstreiter von der Occupy Villa Berg. Sie wollen „am 1. Dezember bei unserem letzten Stammtisch im Restaurant Theater Friedenau die erfolgreiche Arbeit von Occupy Villa Berg mit allen Freunden von Villa und Park gemeinsam beenden und den Staffelstab offiziell an die Stadt Stuttgart übergeben“.

Vor gut zwei Jahren haben sie zusammengefunden. Aus Liebe zum Park und zur Villa. Sie haben Spaziergänge durch den Park organisiert, Musiker und Theater eingeladen. Um aufzuzeigen, „was möglich sein könnte an diesem Ort“, sagt Dosch. Und sie haben die Bürger nach ihren Wünschen gefragt. Dosch: „Wir haben uns als Plattform verstanden, die Ideen sammelt und Anregungen gibt.“ Daraus ist ein dickes Buch geworden. Dass man vor anderthalb Jahren der Stadt übergeben hat.

Nun will die Stadt ja nach dem Kauf die Bürger beteiligen und mit ihnen ein Konzept für die Villa Berg entwickeln. Wie sich die Bürger einbringen können, bespreche man derzeit intern, im Herbst wolle man diese Überlegungen öffentlich machen, sagt ein Stadtsprecher. Und ergänzt: „Toll wäre es, wenn alle Interessierten am Ball blieben. Und die Weiterentwicklung von Villa und Park auch künftig so engagiert begleiten .“

Die Aktiven der Occupy Villa Berg wollen ihn beim Wort nehmen. Man werde sich dafür einsetzen, dass die im Bericht „Ideen, Wünsche und Bilder 2013“ dokumentierten Beteiligungsergebnisse, Gastbeiträge, Beispielprojekte und Empfehlungen in den Prozess einfließen.“ Für eine Erfolg versprechende Bürgerbeteiligung sei es notwendig, Planungsmittel im neuen Doppelhaushalt bereitzustellen. Und sie wünschen sich ein Zeichen: „Mit einer Öffnung der Villa Berg für die Bürger am Tag des offenen Denkmals am 13. September könnte die Stadt ein wichtiges Signal setzen.“

Doch was soll denn nun mit der Villa und ihrem Park passieren? Die Ideen sind vielfältig. Ein Mehrgenerationenhaus, ein Filmhaus, eine freie Universität, ein Konzerthaus, ein Weltkräutergarten im japanischen Park, Urban Gardening, ein Fußballplatz, die Studios als Proberäume für Bands nutzen, Kultur-Café, Begegnungsstätte, Kommunales Kino, Gastronomie mit geringen Preisen, einen runden Tisch zum Debattieren, Mehrgenerationentreff, Stadtteilzentrum, offene Bühnen, Café, Stadtteilkino.

Da geht vieles durcheinander. Doch man merkt, die Bürger wollen, dass ihre Villa ihnen gehört. Oder wie es Dosch sagt: „Die meisten wünschen sich einen kulturellen und gastronomischen Ort, der sich in die Stadt öffnet.“ Aus einem Prinzenschloss soll ein Bürgerhaus werden.

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