PDI-Chef Mathias Düsterdick im Mai 2012 bei einer Veranstaltung unserer Zeitung – Da wurde deutlich, dass er und die Stadtverwaltung unterschiedliche Wege verfolgen Foto: Leif Piechowski

Die Firma PDI ist zufrieden mit dem Handel, den sie mit der Stadt Stuttgart vereinbart hat: den Verkauf der Villa Berg, der alten Fernsehstudios und der Tiefgarage im Park sowie den Erwerb eines Baugrundstücks. Das sei für PDI lukrativ, sagt deren Chef Mathias Düsterdick.

Stuttgart - Die Düsseldorfer Projektentwicklerin Property Development Investors (PDI) würde nach eigener Auskunft am Rand des Parks der Villa Berg auch geförderte Wohnungen bauen, wenn die Stadt Stuttgart dies gewünscht hätte.

Dass das geplante Baugelände aber nicht dem Stuttgarter Innenentwicklungs-Modell (SIM) unterworfen wird und PDI somit der Bau von acht geförderten Wohnungen erspart wird, sei auf die Stadtverwaltung zurückzuführen, sagte PDI-Chef Mathias Düsterdick den Stuttgarter Nachrichten: „Wir hätten auch SIM angewandt.“ Allerdings hätte die Stadt das 3770 Quadratmeter große Gelände an der Sickstraße dann nicht für 3,2 Millionen Euro verkaufen können.

Bei diesem Preis, rund 850 Euro pro Quadratmeter, handelt es sich laut Stadtverwaltung um den Verkehrswert des Grundstücks. Bisher ist hier ein Betriebshof des Gartenamts. Er wird aber verlagert, damit PDI 39 Wohnungen bauen kann. Im Gegenzug gibt das Unternehmen die sanierungsbedürftige Villa, die alten Fernsehstudios im Park und die Tiefgarage im Park an die Stadt ab.

„Für uns ist das ein adäquater Tausch“, sagte Düsterdick. Man sei vor Jahren zwar angetreten, im Park anstelle der Studios Wohnungen zu bauen, und habe dies nicht erreicht. „Dafür können wir jetzt am Park bauen.“ Es handle sich um einen „eingepreisten Deal“, sagte der PDI-Chef. Für sein Unternehmen sei er lukrativ, denn „wir verdienen dabei“. Für die Stadt handle es sich um einen notwendigen Deal. Sie müsse endlich den Gemeinderatsbeschluss umsetzen, dass die Stadt die Villa erwerben und Wohnungsbau im Park verhindern solle.

Düsterdick bestätigte, dass er sich von der Stadt die schnelle Beseitigung der Studios und den Verzicht auf Neubauten zusichern lässt. Er wolle ausschließen, dass das Studiogelände auf Umwegen noch Baugelände wird und die Stadt einen Spekulationsgewinn aus diesem Handel ziehe. Die Frist für die Beseitigung von fünf Jahren sei auf Wunsch der Stadt gewählt worden, die erst noch Fördergelder einwerben wolle.

Nach dem Handel blicke er ohne Groll nach Stuttgart, sagte Düsterdick. Allerdings sei er wie die anderen Beteiligten froh, „dass dieser Eiertanz vorbei ist“. In Stuttgart wolle sich PDI auch künftig engagieren.

Nachdem am Dienstag bekannt geworden war, dass die Stadt von PDI die Villa und die alten Studios für 300 000 Euro kaufen und die Tiefgarage für 1,45 Millionen Euro übernehmen will, gab es noch andere Reaktionen. Die SPD im Gemeinderat meinte, die Entwicklung sei für Stuttgart-Ost besonders gut. Die Zeit der Grundstücksspekulationen sei vorbei. Für die Nutzung der Villa brachte die SPD wieder das Film- und Medienhaus ins Gespräch. OB Kuhn (Grüne) vermutet aber, dass die Villa dafür zu klein ist.

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