Im Park sollen bisher vom SWR genutzte Wege rund um die Fernsehstudios rasch zurückgebaut werden. Foto: Manfred Storck

Durch Rückbauten werden 4500 Quadratmeter an zusätzlicher Fläche im Park um die Villa Berg gewonnen. Ein Termin für den Abriss der Fernsehstudios des SWR steht zwar noch nicht fest, doch an anderer Stelle werden bereits Flächen zurückgebaut.

S-Ost - Der Abriss der Fernsehstudios im Park der Villa Berg ist zwar noch nicht in Sicht, trotzdem hat der Rückzug des Südwestrundfunks (SWR) aus dem Park schon begonnen. Mit dem Umzug der Studios in das neue Gebäude wurden auch bisherige Nutzungsverträge für Parkflächen mit der Stadt gekündigt. Dadurch kann bereits jetzt durch Rückbauten Parkfläche zurück gewonnen werden. Der für Stuttgart-Ost und damit auch für den Park zuständige Karl-Heinz Lehrer vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt hat jetzt im Bezirksbeirat über die konkreten Maßnahmen berichtet, die den Park um insgesamt etwas mehr als 4500 Quadratmeter vergrößern. Das ist etwas mehr als ein halbes Fußballfeld.

„Es wurden und werden Bautätigkeiten im Park durchgeführt“, sagte Lehrer in der Sitzung. Die Bereiche, die bisher vom SWR genutzt und dafür auch eigens angelegt wurden, müssen auch vom SWR oder zumindest auf dessen Kosten zurückgebaut werden. Ein Beispiel dafür ist die Tankstelle an der Tiefgaragenzufahrt. Der Abriss steht laut Lehrer unmittelbar bevor. Dadurch werden etwa 400 Quadratmeter wieder in Parkfläche umgewandelt. Mittelfristig soll die Zufahrt zur Tiefgarage so gestaltet werden, dass sie nicht mehr so dominant ist und sich in das Gelände des Villa-Berg-Parks einfügt.

Die Zukunft einiger Gebäude ist noch unklar

Bei den Fernsehstudios gab es bisher auch große Standplätze für Übertragungswagen. Die Plätze und die Zufahrten waren auf Rasenflächen mit Hilfe von Rasengittersteinen angelegt worden. Diese Steine sollen jetzt ebenso entfernt werden wie die Wege um die Gebäude herum und die Einzäunung. So können rund 1000 Quadratmeter Fläche wieder in Parklandschaft verwandelt werden.

Im Bereich der Karl-Schurz-Straße ist laut Lehrer noch unklar, was mit den Gebäuden genau passieren wird. Deshalb können dort lediglich eine Treppe und ein Weg, die jetzt nicht mehr benutzt werden, zurückgebaut werden.

Verkleinerung des Bauhofgeländes

Verhandelt wird noch über die künftige Unterhaltung von anderen Zufahrten und Wegen im Parkbereich. Die Zufahrt zum Gutbrod-Bau, der weiter vom SWR genutzt wird, muss erhalten bleiben, die Wegeverbindung von dort zu den Fernsehstudios dagegen könnte ebenfalls entfernt werden.

Größere Veränderungen stehen am Bauhof des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes an der Sickstraße bevor. Dort arbeiten zurzeit 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Sanitäranlagen – es handelt sich um Container – sind in einem so schlechten Zustand, dass sie erneuert werden müssen. Das Amt plant nun, neue Container an einem anderen Standort aufzustellen und das Bauhofgelände zu verkleinern. Dadurch und durch das Auffüllen des bisherigen Obstkellers werden weitere Flächen frei, die ebenfalls wieder in Parkanlagen umgewandelt werden sollen. Auf längere Sicht plant das Gartenamt, die Betriebshöfe noch mehr als bisher schon in der Maybachstraße beim Höhenpark Killesberg zu konzentrieren. Dann sollen nur noch etwa zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bauhof Sickstraße arbeiten. Ganz auflösen könne man den Standort nicht, so Lehrer, weil sonst auch die Parkanlagen darunter leiden würden.

Rosengarten ist in desolatem Zustand

Auf lange Sicht soll der Park nach den Vorstellungen des Gartenamtes wieder seine ursprüngliche Form etwa aus dem Jahr 1850 bekommen. Dies setzt allerdings nicht nur den Abriss der Fernsehstudios voraus, sondern beispielsweise auch die Neuanlage von Wegen und die Schaffung alter Sichtachsen etwa zum Schloss Rosenstein hin-über. Parkbereiche wie der Rosengarten sind teilweise in desolatem Zustand und müssen saniert und neu angelegt werden.

Nach Angaben von Bezirksvorsteher Martin Körner arbeitet die Stadtverwaltung intensiv an Plänen, die zu einem Abriss der Fernsehstudios, der Sanierung der immer maroderen Villa Berg und der Wiederherstellung des Parks führen sollen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Bezirksbeirat schon vor geraumer Zeit gefasst. Unklar ist zurzeit noch, was der neue Eigentümer der Villa Berg und der einstigen Fernsehstudios mit den Gebäuden vor hat. Der Düsseldorfer Projektentwickler PDI Property Development Investors GmbH hatte die Gebäude und Grundstücke Ende vergangenen Jahres aus der Insolvenzmasse heraus gekauft. Zuletzt war unter anderem auch von einem möglichen weiteren Varieté-Theater in der Villa Berg die Rede gewesen.

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