Das Weltklasse-Team aus Polen um Titelverteidiger Dawid Kubacki war am Montag zunächst kollektiv in Quarantäne geschickt und für das  Oberstdorf-Springen ausgeschlossen. (Archivbild) Foto: dpa/Georg Hochmuth

Das ging schnell: Nach einem Tag Hin und Her sollen die Polen doch zum Start der Vierschanzentournee mitspringen dürfen. Voraussetzung waren zwei negative Testreihen des gesamten Teams. Für den Dienstag wird nun das geplante Programm geändert.

Oberstdorf - Polens Skispringer um Titelverteidiger Dawid Kubacki sollen im Corona-Chaos von Oberstdorf nun doch beim Auftakt der Vierschanzentournee an den Start gehen dürfen. Wie mehrere Medien am Dienstagmorgen übereinstimmend berichteten, fiel die dritte Testreihe bei Kubacki, Olympiasieger Kamil Stoch und dem anfangs positiv getesteten Klemens Muranka geschlossen negativ aus, weshalb das polnische Team an diesem Dienstag (16.30 Uhr/ZDF und Eurosport) an den Start gehen darf. Eine offizielle Entscheidung der Jury hatte der Weltverband Fis für Dienstagmorgen um 10.00 Uhr in Oberstdorf angekündigt.

Die Fis hatte am späten Montagabend mitgeteilt, dass ein Start der Polen nun doch noch möglich sei, wenn alle weiteren Corona-Tests erneut negativ ausfielen. Das Weltklasse-Team um Kubacki war am Montag zunächst kollektiv in Quarantäne geschickt und für das  Oberstdorf-Springen ausgeschlossen worden, nachdem Murankas erster Test positiv ausfiel. Florian Stern, Generalsekretär beim Wettbewerb in Oberstdorf, beteuerte am Montag in einer Video-Pressekonferenz noch, dass weitere Testresultate keinen Einfluss auf den Auftakt-Ausschluss mehr hätten.

Nun kommt nach 22 Stunden Virus-Wirrwarr doch noch eine Wendung, was nicht nur die Polen, sondern auch die Konkurrenz um das deutsche Team erfreuen dürfte. Auch die Gastgeber um die beiden Mitfavoriten Markus Eisenbichler und Karl Geiger zeigten sich nach der Qualifikation schockiert vom kollektiven Ausschluss eines ernsthaften Rivalen.

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„Ich finde das traurig, weil das jedem Team passieren kann“, sagte Eisenbichler, der die erste Entscheidung des Gesundheitsamtes als „heftig“ bezeichnete und den Sinn hinterfragte. Dass Muranka danach noch zwei negative Tests binnen weniger Stunden vorlegen kann, war da noch nicht abzusehen. Im Sinne des sportlichen Wettkampfs, der sich im Skispringen ohnehin auf wenige Top-Nationen beschränkt, werden die DSV-Skispringer die Rückkehr begrüßen.

Für das Auftaktspringen soll nun der komplette Plan geändert werden. Statt 50 Springern in 25 K.o.-Duellen dürfen nun alle 62 anwesenden Skispringer an den Start gehen. Neben den sieben Polen also auch alle, die am Montag sportlich die Qualifikation verpasst hatten. Um die am Montag coronabedingt verpassten Trainingssprünge nachzuholen, sollen die Polen am Dienstag auf der Schattenbergschanze ein  Extra-Zeitfenster erhalten.

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