Um die Tiere kümmern sich in Göppingen Helferinnen wie Maren Thompson (links) und Anna de Jesus Relva. Foto: Ines Rudel

Vor einem Jahr ist die Versorgung von ausgesetzten und entlaufenen Tieren im Kreis Göppingen neu geregelt worden. Seitdem hat sich auch an der finanziellen Situation einiges verbessert, obwohl weiterhin Geld von außen benötigt wird.

Kreis Göppingen -

Inzwischen haben sich alle wieder ein wenig beruhigt. Die Neuregelung der Fundtierversorgung im Stauferkreis hat sich eingespielt. „Es funktioniert sehr gut“, sagt der Vorsitzende des Donzdorfer Katzenschutzes, Carl Friedrich Giese. Und der Vorsitzende des Göppinger Tierheimvereins, Andreas Bühner, freut sich, „einen der fairsten Fundtierverträge“ des Landes mit der Stadt Göppingen abgeschlossen zu haben.

Jetzt gibt es mehr Geld

Ein Jahr ist es nun her, dass die Kooperation mehrerer Tierschutzvereine im Kreis nach 15 Jahren der Zusammenarbeit im Streit über Geld zerbrochen war. Bis dahin hatten die Kommunen zehn Prozent aus ihrer Hundesteuer in einen gemeinsamen Topf geworfen. Von diesem jährlich rund 100 000 Euro erhielten das Göppinger Tierheim und der Donzdorfer Katzenschutz jeweils 45 000 Euro. Das Tierheim in Geislingen-Türkheim erhielt die restlichen 10 000 Euro. Auskömmlich war diese Finanzierung für keine der Einrichtungen. Sie konnten nur dank Spenden und Mitgliedsbeiträgen sowie von der Substanz leben – und überleben. Eine Neuausrichtung der Finanzierung mit den Kommunen im Landkreis Göppingen scheiterte zunächst.

Warum die langjährige Kooperation letztlich beendet wurde, darüber gehen die Meinungen bis heute auseinander. Fest steht, dass Göppingen Ende des vergangenen Jahres einen neuen Vertrag mit „seinem“ Tierheim abgeschlossen hat. Der Katzenschutz Donzdorf, die Tierherberge Donzdorf und das Türkheimer Tierheim kooperieren seitdem in einem Verbund, der von den restlichen Kommunen im Kreis finanziert wird. Seitdem ist das Göppinger Tierheim für Fundtiere aus der Hohenstaufenstadt, die anderen Tierheime für alle anderen Fundtiere zuständig. Ferner habe sich die Gemeinde Lichtenwald (Kreis Esslingen) dazu entschlossen, mit dem Göppinger Tierheim zu kooperieren, wie Bühner erklärt.

Kommunen arbeiten mit Vereinen zusammen

Rechtlich sind Kommunen als Fundbehörde verpflichtet, neben sonstigen „Gegenständen“, auch Fundtiere anzunehmen, unterzubringen und artgerecht zu versorgen. Um dieser Verpflichtung nachkommen zu können, arbeiten die Städte und Gemeinden oft mit Vereinen zusammen, die Tierheime betreiben. Wenn sich kein Verein findet, müssen die Kommunen nämlich selbst eine Aufnahme- und Pflegeeinrichtung für Tiere betreiben, was viel teurer wäre.

Finanziell stehen die Tierheime im Kreis nach der Neuausrichtung besser da. Während in Göppingen im Jahr 2017 noch ein Zuschuss von 30 000 Euro gewährt wurde, rechnet die Kommune in diesem Jahr mit einem Zuschuss von rund 69 000 Euro, wie ein Sprecher der Stadt mitteilte. Die Stadt rechne nicht damit, dass sich dieser Betrag in den kommenden Jahren stark verändern werde.

„Der Vertrag mit unseren Partnern ist glücklicherweise fair und ermöglicht es uns, die Fundtiere ordentlich und artgerecht zu behandeln, ohne aus eigener Tasche drauflegen zu müssen“, erklärt Bühner. Dennoch sei das Tierheim weiter auf Spenden, Mitgliedsbeiträge und andere Geldquellen angewiesen. Denn die Fundtierversorgung sei nur eine von mehreren Aufgaben des Göppinger Tierheims.

Heime sind weiter auf Spenden angewiesen

Auch die anderen Tierheime im Kreis haben seit diesem Jahr wieder mehr Geld zur Verfügung. Während zuletzt rund 100 000 Euro von den Kommunen geflossen seien, würden es dieses Jahr insgesamt rund 140 000 Euro für die drei Einrichtungen sein, sagt Giese. Die genauen Zahlen lägen aber noch nicht vor, betont er. Die Tierheime würden seit diesem Jahr nicht mehr über die Hundesteuer finanziert, sondern erhielten einen Betrag von 77 Cent pro Einwohner und Jahr von den Kreiskommunen. Gleichzeitig wurde vereinbart, den Betrag pro Jahr um einen Cent anzuheben, um nicht immer wieder neu verhandeln zu müssen. Kostendeckend sei auch diese Regelung für die Tierheime nicht, aber sie sei eine wesentliche Verbesserung zur vorherigen Finanzierung. „Wir haben jetzt eine saubere Regelung, die funktioniert“, sagt Giese.

Die Anzahl der zu versorgenden Fundtiere habe sich im Kreis mit der Neuregelung nur leicht erhöht, meint der Katzenschutzvorsitzende. In Göppingen wird diese Einschätzung geteilt. Der Göppinger Vereinsvorsitzende Bühner meint, dass es etwas weniger Fundtiere seien, die nun aufgenommen werden müssten. „Dass wir deswegen aber weniger Kapazitäten bräuchten oder gar abbauen könnten, das ist definitiv nicht der Fall“, sagt der Vereinsvorsitzende. Plätze, die nicht für die Versorgung von Fundtieren benötigt würden, würden beispielsweise für Tiere genutzt, die von ihren Besitzern abgegeben werden.

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