Die neue Wache soll im Gebiet „Eingemachtes Wäldle“ am Ehninger Ortsrand entstehen – doch zuvor sind viele Gutachten notwendig.
Nach vielen Jahren Diskussion und etlichen Planungsschleifen hatte der Gemeinderat Mitte Januar mehrheitlich grünes Licht dafür gegeben, dass das neue Ehninger Rettungszentrum am Standort „Eingemachtes Wäldle“ gebaut werden soll. Weil das Areal am östlichen Ortsrand bewaldet ist und im regionalen Grünzug liegt, sind neben dem Bebauungsplanverfahren aber auch ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren für den Flächennutzungsplan und ein Waldumwandlungsverfahren nötig.
In der jüngsten Gemeinderatssitzung gab Bauamtsleiter Dan Häring einen Einblick in die Komplexität der Aufgabe, für die die Verwaltung teilweise auf Unterstützung externer Dienstleister zurückgreift. So führte Jonas Wolf von Reschl Stadtentwicklung in die Standortalternativenprüfung ein, dem Herzstück des Zielabweichungsverfahrens. Dabei muss nachgewiesen werden, dass es keinen besseren Standort als den jetzt gefundenen gibt. Dieser wirft verschiedene arten- und umweltschutzrechtliche Fragen auf. Insgesamt neun Areale werden dabei detailliert anhand eines Kriterienkatalogs gegeneinander abgewogen. Der bisherige Feuerwehrstandort ist ebenso dabei wie die zahlreichen aus unterschiedlichen Gründen verworfen Standorte. Weitere Gutachten werden für das Bebauungsplanverfahren benötigt: Neben einem Bodenschutzkonzept muss auch ein Schalimmissionsgutachten erarbeitet werden, weil im angrenzenden Gewerbegebiet Wohnungen für Betriebsleiter nicht ausgeschlossen sind, berichtete Julian Gärtner vom Stuttgarter Architekturbüro ARP. Zudem brauchen sowohl der Umweltbericht als auch das Artenschutzgutachten eine Aktualisierung, weil diese schon vier Jahre alt sind. Je nachdem wie tief das Büro Deuschle dabei erneut in die Artenbeobachtung einsteigen muss, könnte dies zu Verzögerungen im Zeitablauf führen – im schlechtesten Fall um ein Jahr. Bei optimalem Verlauf könnte der Gemeinderat das Bauleitplanverfahren mit den finalen Beschlüssen im vierten Quartal 2025 abschließen.
Um das Rettungszentrum wird seit vielen Jahren diskutiert. Bereits 2018 hatte sich der Gemeinderat mehrheitlich für den Standort „Eingemachtes Wäldle“ ausgesprochen, doch zwischendurch wurden immer wieder andere Standorte ins Spiel gebracht.