Für Gebäude und Einrichtung von Schulen müssen Gemeinden aufkommen Foto: Sigerist

Viele Hauptschulen stehen halb leer, während Realschulen und Gymnasien überquellen: Dieses Missverhältnis hat Folgen für die Gemeindekassen und die Beziehung der Schulen untereinander.

Viele Hauptschulen stehen halb leer, während Realschulen und Gymnasien überquellen: Dieses Missverhältnis hat Folgen für die Gemeindekassen und die Beziehung der Schulen untereinander.

Stuttgart - Baden-Württembergs Gemeinden geben für Hauptschüler doppelt so viel Geld aus wie für Realschüler oder Gymnasiasten. Dies beklagt jetzt der Städtetag und macht dafür den massiven Rückgang der Schülerzahlen an den Haupt- und Werkrealschulen verantwortlich.

„Die Kommunen subventionieren damit leere Klassenzimmer“, sagte der Bildungsreferent des Kommunalverbands, Norbert Brugger, unserer Zeitung. 1176 Euro steht jeder Gemeinde jährlich pro Schüler in Haupt-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen zu, um damit die Ausgaben für Gebäude und Lernmittel zu finanzieren. Im vergangenen Jahr waren es noch 1119, im Jahr 2012 lediglich 1117 Euro gewesen. Für Gymnasiasten andererseits sank der sogenannte Sachkostenbeitrag in dieser Zeit von 629 auf 592 Euro.

Beim Städtetag verfolgt man diese Spreizung mit wachsendem Unbehagen. Der Vorstand fordert, die Ressourcen gerechter zu verteilen. Man subventioniere Strukturen, die nicht zukunftsfähig seien, heißt es. Den Hauptschülern selbst kommt der höhere Aufwand nicht zugute, denn das Geld fließt in Fixkosten für den Unterhalt der Gebäude. Es stammt nicht vom Land, sondern aus dem Kommunalen Finanzausgleich – das ist der gemeinsame Steuertopf der Kommunen. Das Geld fehle letztlich also allen Gemeinden, sagte Brugger.

Die Städte erwarten, dass sich dieser Unterschied in den nächsten Jahren noch verschärft, da die bildungspolitischen Weichenstellungen von Grün-Rot wie etwa die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung noch nicht in die Rechnung eingeflossen sind. Das alles hat auch Folgen für das Verhältnis der Schulen untereinander. Immer mehr Realschulen und Gymnasien fragten sich, weshalb die anderen Schularten doppelt so hohe Leistungen erhielten als sie selbst, sagte Brugger.

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