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Immer öfter werden Straftäter über Kameras der Videoüberwachung überführt. Da stellt sich die Frage nach Datenschutz und Überwachungsstaat immer seltener. Worauf es aber wirklich ankommt, kommentiert unser Polizeireporter.

Stuttgart - Nein, Überwachungskameras sind keine Wundermittel. Das Videoauge kann auch keine Straftaten verhindern – denn die Diebe und Randalierer denken im Augenblick der Tat meistens gar nicht groß darüber nach, dass sie gerade gefilmt werden könnten. Im Sinne der Vorbeugung also hilft Big Brother nur bedingt dabei, das Sicherheitsgefühl zu stärken.

Doch wenn sich in den letzten zwei Jahrzehnten zum Thema Videoüberwachung eines gezeigt hat, dann dies: Bei der Aufklärung von Straftaten haben sich die Kameras unentbehrlich gemacht. Nicht nur beim Tankstellenräuber mit verrutschter Maske – auch beim Taschendieb an Haltestellen oder beim Gewalttäter in der Bahn werden die Videoaugen für die Polizei zu einer wirksamen Waffe.

Vor Jahren gab es viel mehr Aufregung

Die Aufregung um den Datenschutz hat sich in all den Jahren deutlich gelegt. Was wurde doch in der Vergangenheit politisch gerungen um einen Schutz vor den Gefahren eines Überwachungsstaats. Wir erinnern uns an ein jahrelanges Tauziehen um eine Überwachung der Drogenszene am Rotebühlplatz in der Stuttgarter Innenstadt, an die Planungen und Kosten. Und das für Kameras die nur von 2002 bis 2003 eingeschaltet wurden. Inzwischen hat das Filmen im öffentlichen Raum ganz andere Dimensionen erreicht – wenn Smartphones Szenen sekundenschnell in sozialen Netzwerken verbreiten.

Entsprechend unaufgeregt kann die Bundespolizei ihre Videoermittlungen vorantreiben, die 2002 noch für einen Aufschrei gesorgt hätten. Die Erfolge geben dem Konzept Recht. Eines aber hat sich bis heute nicht geändert: Es braucht immer noch ausreichend Polizeibeamte, die schnell eingreifen und gründlich ermitteln können. Sonst sind all die Kameras bloßes Blendwerk.

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