Auf dem Video ist zu sehen, wie ein älterer Protestierender in der Stadt Buffalo von der Polizei geschubst wird und fällt. Foto: AFP/MIKE DESMOND

Ein Video zeigt, wie Polizisten einen älteren Mann zu Boden schubsen. Als er am Boden liegt und blutet gehen sie weiter. Donald Trump sieht darin keine Polizeigewalt, sondern glaubt an eine Inszenierung der linken Antifa.

Washington - US-Präsident Donald Trump hat erneut eine unbewiesene Verschwörungserzählung verbreitet. „Der Protestierende in Buffalo, der von der Polizei geschubst wurde, könnte ein Provokateur der Antifa gewesen sein“, twitterte Trump. „Der 75-jährige Martin Gugino wurde weggestoßen, nachdem er scheinbar die Polizeikommunikation gescannt hat, um die Ausrüstung abzuschalten. @OANN Ich habe zugeschaut, er fiel härter als er geschubst wurde. (...) Es könnte inszeniert sein?“, schrieb Trump mit Bezug auf den Rechtsaußen-Sender One America News Network, den er regelmäßig lobt. Es gibt keine Beweise, die eine derartige Situation stützen.

Auf dem Video ist zu sehen, wie ein älterer Protestierender in der Stadt Buffalo von der Polizei geschubst wird und fällt. Als er am Boden liegt und blutet, gehen die Polizisten weiter. Der 75-jährige Mann kam nach dem Sturz ins Krankenhaus. Zwei Polizisten in Buffalo wurden der Körperverletzung angeklagt. Ihnen drohen bei einer Verurteilung bis zu sieben Jahre Haft. Beide plädierten auf nicht schuldig.

Trump wurde sowohl von Demokraten als auch Republikanern kritisiert. „Das ist eine ernsthafte Anschuldigung, die nur mit Fakten und Beweisen gemacht werden sollte. Und die habe ich bisher nicht gesehen“, sagte der republikanische Senator John Thune. Der demokratische New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo rief Trump auf, sich für den „gänzlich inakzeptablen“ Tweet zu entschuldigen. „Wie fahrlässig, wie unverantwortlich, wie gemein, wie geschmacklos.“

Trump fährt eine harte Linie gegenüber Demonstranten

Trump, der sich selbst als Präsident von Recht und Ordnung bezeichnet hat, fährt eine harte Linie gegenüber Demonstranten, die nach dem Tod von George Floyd gegen rassistische Polizeigewalt protestieren. Floyd war ums Leben gekommen, nachdem ein weißer Polizist minutenlang sein Knie in den Hals des am Boden liegenden Mannes gedrückt hatte, der mehrfach angab, nicht atmen zu können.

Das Video ist eines von vielen der vergangenen Wochen, auf denen zu sehen ist, wie Polizisten augenscheinlich exzessive Gewalt gegen Demonstranten anwenden. Trump hat Gouverneure und Bürgermeister im ganzen Land aufgerufen, mit allen Mitteln die Kontrolle über ihre Straßen zu behalten. Er rief sie wiederholt auf, die Nationalgarde einzuberufen und drohte mit dem Einsatz des Militärs in amerikanischen Städten, sollte er die lokalen Bemühungen als unzureichend ansehen.

Es ist möglich, die Kommunikation der Polizei zu stören. Hacker müssen dafür aber Empfängerstationen angreifen. Wenn man mit einem Gerät in der Hand auf das Funkgerät eines Polizisten abzielt, funktioniert das aber nicht.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: