Zimmermann zog sich seine schwere Verletzung im Testspiel gegen den FC Ingolstadt zu Foto: Baumann

So dicht liegen Traum und Albtraum im Profifußball beieinander: Matthias Zimmermann muss erst seinen Traum von einem Wechsel nach England begraben – und fällt dann bis März aus.

Stuttgart - Gute Freunde erkennt man bekanntlich in der Not. Und so hat es Matthias Zimmermann gut getan, dass er den tröstenden Daniel Ginczek zu seinen Kumpels zählen kann. Letzterer hatte ja in Sachen Gesundheit einen langen Leidensweg zu beschreiten – unter anderem füllen zwei Kreuzbandrisse seine Krankenakte. Am Donnerstag im Testspiel des VfB Stuttgart gegen den FC Ingolstadt (0:1) bei strömendem Regen hat es nun den „Zimbo“ erwischt. Ohne Fremdeinwirkung riss bei dem 25-Jährigen das linke vordere Kreuzband. Zimmermann muss sechs Monate pausieren. „Wir haben dieses Testspiel teuer bezahlt“, sagt der Trainer Hannes Wolf.

Letztlich trifft es aber vor allem Zimmermann, der nach der niederschmetternden Diagnose am Donnerstagabend von Kumpel Ginczek im Krankenhaus abgeholt wurde. Auch einen Tag später war das kleine Kraftpaket, das bei den Stuttgartern in der vergangenen Zweitligasaison 27 Einsätze im defensiven Mittelfeld sowie als rechter Verteidiger absolviert hatte, immer noch richtig down. Nach dem Vormittagstraining der Kollegen und dem Besuch bei den Ärzten schaute Zimmermann am Freitag zur Aufmunterung in der Kabine vorbei. Wann der Karlsruher, der 2015 aus Sandhausen nach Stuttgart kam, operiert wird, ist noch nicht entschieden.

„Sehr bitter für ihn“

„Das ist sehr bitter für ihn. Er war aktuell in einer sehr guten Verfassung“, sagte der VfB-Sportvorstand Michael Reschke, während Hannes Wolf ergänzte: „Die Verletzung von Matthias tut uns weh. Wir müssen uns jetzt schütteln und werden ihn auf seinem Weg zurück maximal unterstützen.“ Schließlich steht die Geschichte des Matthias Zimmermann auch exemplarisch dafür, wie schnell es im oft so glamourösen Leben eines Fußballprofis Auf und Ab gehen kann. Noch am Dienstag schien für den VfB-Profi eine glänzende Zukunft in der englischen Premier League denkbar: Da war aus London durchgesickert, dass Crystal Palace ernstes Interesse an dem Deutschen hegte, dessen spielerische Heimat im defensiven Mittelfeld liegt.

Zunächst sah alles gut aus, da Zimmermann beim VfB nur noch einen Vertrag bis 2018 besitzt – und man so letztmalig eine Ablösesumme hätte erzielen können. Dann aber geriet der geplante Zwölf-Millionen-Euro-Transfer des Außenverteidigers Jonny Castro von Celta de Vigo ins Stocken, sodass Zimmermann auch ein Opfer seiner Variabilität wurde.

Immerhin hatte der 25-Jährige zum Saisonstart bei Hertha BSC auf der Position hinten rechts gespielt, ehe er nach rund einer Stunde ausgewechselt wurde. Dann platzte der Castro-Transfer endgültig – und Zimmermann hatte sich damit arrangiert, beim VfB zu bleiben. Durch den Kreuzbandriss wird Zimbo, der Pechvogel, aber frühestens im März wieder für die Stuttgarter spielen können.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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