Josha Vagnoman nähert sich aktuell in großen Schritten seiner absoluten Bestform. Foto: dpa/Tom Weller

Der Stuttgarter Außenbahnspieler Josha Vagnoman nähert sich seiner Bestform. Mit Leistungen wie der gegen Turin schickt er eine Visitenkarte an Nationaltrainer Nagelsmann. Wann verlängert der VfB seinen Vertrag?

Als „VfB Deutschland“ war der Verein für Bewegungsspiele von 1893 unlängst bundesweit in den Schlagzeilen. Stellte er doch sogar mehr Spieler als der große FC Bayern München der Nationalelf von Trainer Julian Nagelsmann ab. Und als wäre das noch nicht genug, so übernahm der VfB-Block dann auch gleich noch die tragenden Rollen. Ob Angelo Stiller im Mittelfeld oder Debütant Jamie Leweling, der den Siegtreffer gegen die Niederlande erzielte.

 

Fünf Spieler umfasste der Stuttgarter DFB-Block. Der verletzt fehlende Chris Führich nicht mitgezählt. Gut möglich, dass dafür bald ein anderer VfB-Spieler wieder zum DFB fahren darf. Einer, der der erste deutsche VfB-Nationalspieler nach langer Durststrecke war und einst von Nagelsmann-Vorgänger Hansi Flick nominiert wurde. Lange bevor der VfB-Hype beim DFB begann. Josha Vagnoman.

Josha Vagnoman quälte sich zurück zur Form

Eine langwierige Mittelfuß-Verletzung verhinderte weitere Nominierungen. Vagnoman nutzte die Zeit in der Reha. Er arbeitete hart, quälte sich enorm. Zurück zur Form. „Mein Körper muss viel leisten, mein Spiel ist sehr athletisch geprägt. Da muss alles in guter Balance sein, um meine beste Leistung auf den Platz bringen zu können“, so Vagnoman. Auch auf dem Japan-Trip war er dabei, obwohl klar war, dass es für ihn keine Einsätze in den Testspielen würde geben können.

Doch dem Club und dem Spieler war es wichtig, dass der Kontakt zur Mannschaft gegeben war. „Ich habe mehr gemacht als sonst, habe die Möglichkeit, mich wirklich umfassend wieder fit zu bekommen, sehr gründlich ausgenutzt“, blickt Vagnoman zurück und schiebt nach: „Insofern kann man wohl von einem sehr guten Comeback sprechen. Ich bin in sehr guter körperlicher Verfassung.“

Seit Saisonbeginn kommt der gebürtige Hamburger wieder zu Einsätzen. Und nähert sich seiner Bestform. Nach ersten Duftmarken, etwa beim Champions-League-Auftritt in Madrid, waren es zuletzt regelrechte Visitenkarten, die der Außenbahnspieler abgab. Das Lob vom Trainer kam postwendend. „In Topform kann Josha absolut jeden verteidigen“, sagte Sebastian Hoeneß. Und Vagnoman legte nach. Das Spiel gegen Juventus Turin war das wohl bisher beste seiner Saison.

Dass es so bisher schon wieder so gut klappt, hat auch viel mit dem Trainer und seinem Staff zu tun. „Der Fußball hier folgt einer klaren Struktur“, sagt der 1,89 m große Athlet. „Im Training wird gut vermittelt, was Fußball ist und wie es Spaß bringt, wenn man es gut spielt. Jeder weiß, was seine Rolle ist und wie er sich einzubringen hat in das große Ganze.“ Neben den inhaltlichen Themen sei es insbesondere die Ansprache des Trainers, die für ein gutes Gruppengefühl, Spaß und die nötige Lockerheit im Kader sorgen.

Vagnoman kann sich eine Vertragsverlängerung beim VfB Stuttgart vorstellen

Kein Wunder also, dass sich Vagnoman eine Vertragsverlängerung beim VfB Stuttgart durchaus vorstellen kann. Die Parteien befinden sich im branchenüblichen Austausch.„Ich würde mich freuen, wenn es dazu kommt. Wir sind eine super Truppe, haben einen super Trainer, die Voraussetzungen für Erfolg sind gegeben. Eine Vertragsverlängerung wäre eine schöne Sache.“ Möglicherweise ist man in ein paar Wochen oder Monaten schon weiter. Sein Arbeitspapier läuft zwar noch bis Juni 2026. Angesichts seiner aktuellen sportlichen Entwicklung und dem Umstand, dass der Club vermeiden möchte, Spieler in ihr letztes Vertragsjahr gehen zu lassen, scheint vorstellbar, dass bald Tatsachen geschaffen werden könnten.

Fehlt also nur noch, dass sich wieder einmal ein Bundestrainer meldet. Noch gibt es keinen Kontakt, betont der Spieler. Ohnehin will Vagnoman sich lieber auf das Wesentliche konzentrieren. „Meine klare Aufgabe ist es, Woche für Woche Topleistung zu bringen und mit der Mannschaft erfolgreich zu sein. Der Rest kommt dann von allein.“ Weitere solcher Auftritte wie der in Turin sollen folgen. Bis der Nationaltrainer wieder anruft.