William Kvist gehört zu den Spielern, die der VfB gern noch loswerden würde Foto: Baumann

28 Spieler umfasst der aktuelle Profi-Kader des VfB Stuttgart. Viel zu viel, findet Trainer Armin Veh. Er hofft, in den letzten Tagen der Transferperiode noch Abnehmer für den einen oder anderen Spieler zu finden.

Stuttgart - Der Herbst ist nah, der Sommerschlussverkauf in vollem Gange. Nicht nur in den Geschäften der Einkaufsmeilen, sondern auch bei den Proficlubs bereitet man sich auf das große Ausmisten vor. Für den VfB Stuttgart gilt das im Besonderen.

Was die Größe des Kaders angeht, nimmt der Bundesligist einen Spitzenplatz ein. 28 Spieler misst er derzeit, Armin Veh möchte ihn gerne auf 24 oder 25 Spieler verkleinern, um einen guten Teamgeist zu schaffen. Folgende Spieler sollen den Club bis zum Ende der Wechselperiode am kommenden Montag nach Möglichkeit noch verlassen:

b>William Kvist

William Kvist : Der Däne ist nach seiner Rückkehr vom FC Fulham auch unter dem neuen Trainer Armin Veh auf dem Cannstatter Wasen nicht glücklich geworden. An Carlos Gruezo und Oriol Romeu kommt er auf der Sechser-Position nicht vorbei. Sein Anspruch als dänischer Nationalspieler ist es jedoch zu spielen. Beim Saisonauftakt in Mönchengladbach (1:1) stand er nicht einmal im Kader.

Zwar wird der 29-Jährige allenthalben geschätzt. Noch im Trainingslager sagte Sportvorstand Jochen Schneider über ihn: „Wir sind froh, dass er wieder da ist.“ Inzwischen wäre man aber ganz froh, wenn sich der Mittelfeldspieler einer neuen Herausforderung stellen würde. Nach seinem halben Jahr in Fulham, das im völligen Zerwürfnis mit Teamchef Felix Magath endete, ist der Däne aber vorsichtig geworden. Gut möglich, dass er den VfB erst nach Ablauf seines Vertrages im kommenden Jahr verlässt.

Raphael Holzhauser

Raphael Holzhauser: Wenn man den 21-Jährigen im Training so spielen sieht, fragt man sich unweigerlich: Warum packt es der Junge nicht? Technisch liegt der Österreicher allemal über Bundesliga-Schnitt. Doch das allein reicht nicht, was nach diversen Bundesliga-Trainern zuvor nun auch Armin Veh erkannt zu haben scheint. Auch für Holzhauser war im Kader für das Gladbach-Spiel kein Platz.

„Wir schauen uns den Markt genau an“, bestätigt sein Berater Alexander Sperr, der damit rechnet, dass sich das Transfergerangel am Wochenende zuspitzen wird. Angeblich liegt derzeit ein konkretes Angebot für Holzhauser vor. Die bereits gehandelte SpVgg Greuther Fürth ist es nicht; auch nicht der 1.FC Kaiserslautern, wie Sperr versichert. Den Pfälzern war die Ablöseforderung des VfB (rund eine Million Euro) zu hoch.

Angesichts der verbliebenen Vertragsdauer von einem Jahr macht für Sperr ein Ausleihgeschäft keinen Sinn. Torschlusspanik haben die beiden Österreicher auf jeden Fall nicht. „Wenn es jetzt nichts wird, dann vielleicht im Winter“, gibt sich der Berater gelassen. Ein kleiner Trost für Holzhauser: Der Verein hat ihm zugesichert, weiter bei der ersten Mannschaft mittrainieren zu dürfen.

Sercan Sararer

Sercan Sararer: Der Türke besitzt in Fan-Kreisen den wohl geringsten Stellenwert aller Akteure mit dem roten Brustring. Bisher ist er in seiner Zeit beim VfB vor allem durch eine Kneipenschlägerei mit anschließendem Nasenbeinbruch aufgefallen. Auch Armin Veh zählt nicht mehr auf den zwölffachen türkischen Nationalspieler. Sein früherer Club, die Spvgg Greuther Fürth, hat ebenfalls kein Interesse an dem 24-Jährigen. Nach der Ausleihe von Marco Rojas vom VfB ist der Bedarf in der Offensive der Franken gedeckt. Außerdem weiß man in Fürth nur zu gut, dass Sararer ein schwieriger Fall ist.

Dort heißt es fast mitleidig über ihn: Schade, dass er so wenig aus seinem Talent macht. Letzte Hoffnung ist nun die türkische Liga. Möglicherweise findet sich dort noch ein Abnehmer für den Mittelfeldspieler. Bursaspor soll Interesse haben. Am Montag, 24 Uhr, schließt das Transferfenster. Die Zeit wird also knapp.

Und wenn sich kein Abnehmer für die drei Kandidaten findet? „Dann haben wir immer noch eine zweite Mannschaft, die in der dritten Liga spielt“, sagt Trainer Armin Veh. Zumindest von Holzhauser ist zu hören, dass er nicht abgeneigt wäre, dort Spielpraxis zu sammeln. Im Kader für das Heimspiel gegen Jahn Regensburg an diesem Mittwoch (19 Uhr) wird aber keiner der Profis stehen. VfB-Nachwuchschef Rainer Adrion hat sich darüber noch nicht mit Cheftrainer Veh im Detail ausgetauscht. Spätestens nach Schließung des Transferfensters wird dies erfolgen. „Grundsätzlich gehört es zu unserer Philosophie, dass Profis, die länger nicht spielten, im Drittligateam Spielpraxis bekommen können – wenn es terminlich passt“, sagt Adrion. Allerdings hält er eine konsequente Entscheidung für vorteilhaft. „Ein Hin- und Herwechseln zwischen den beiden Mannschaften ist nicht ganz optimal“, sagt Adrion. Deshalb traf der VfB auch die Entscheidung, dass sich Tim Leibold und Robin Yalcin statt im Profi- im Drittligakader weiterentwickeln sollen.

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