Gemessen an seinem Potenzial bringt Benjamin Pavard beim VfB aktuell viel zu wenig. Foto: Baumann

Der Franzose Benjamin Pavard machte zuletzt im Trikot des VfB einen ziemlich uninspirierten Eindruck. In Düsseldorf spielte er ganz schwach. Ob dies mit seiner Position hinten rechts zusammenhängt?

Stuttgart - Es hat während des gesamten WM-Turniers vergangenen Sommer in Russland lediglich neun Minuten gegeben, in denen der spätere Weltmeister Frankreich zurückgelegen ist. Das war mit 1:2 im Achtelfinale gegen Argentinien, ehe sich Benjamin Pavard mit einer genialen Aktion in den Fokus der Weltöffentlichkeit spielte. Sein diagonaler Drop-Kick von der Strafraumkante zum 2:2 wurde später zum Tor des WM-Turniers gekürt – und der französische Nationaltrainer Didier Deschamps sagte rückblickend: „Mit diesem Treffer hat er uns in die richtige Richtung gelenkt.“

Aktuell ist für Benjamin Pavard allerdings nicht der Doppelpass mit Weltstars vom Format eines Kylian Mbappé angesagt, vielmehr steckt der 22-Jährige mit dem VfB tief im Abstiegskampf. Wer aber den Lockenkopf aus Jeumont in seinen bisher zwei Spielen nach seinem Muskelbündelriss vom Dezember in Gladbach agieren sah, dem drängt sich der Eindruck auf: Hier ist ein Toptalent nicht mit vollem Herzen bei der Sache – was einen einfachen Grund haben könnte: Auf der Position des rechten Verteidigers hatte der VfB-Cheftrainer Markus Weinzierl seinen Weltmeister zuletzt aufgeboten, hier spielt Pavard auch in der französischen Nationalmannschaft. Mit dem Unterschied, dass sich Pavard in Stuttgart ganz offenkundig zu Höherem berufen fühlt. Den Rechtsverteidiger jedenfalls, den mag er in Stuttgart nur ungern geben.

Rückt Pavard ins Abwehrzentrum?

Um an diesem Samstag in der Partie gegen die technisch versierten Offensivkräfte von RB Leipzig die Spielmitte zu stärken, ist es auch gut möglich, dass Pavard an der Seite von Marc Oliver Kempf und Ozan Kabak ins Abwehrzentrum rückt.

Doch für den 22-Jährigen geht es ja nicht nur um die Frage, wo er auf dem Feld eingesetzt wird. Es geht in den restlichen 13 Ligaspielen im VfB-Dress vor allem darum, wie sich der Franzose vor seinem Wechsel Anfang Juli für 35 Millionen Euro Ablöse zum FC Bayern von den Fans verabschieden wird. Zuletzt bot Pavard vor allem in puncto Einstellung viel zu wenig. Talent und Technik allein reichen nicht.

„Ich war ziemlich müde nach der WM und habe einiges unterschätzt“, sagte der Franzose in der Winterpause, als er verletzt war und einige seiner wenigen öffentlichen Termine gewährte. Unter dem Strich hat man beim VfB also schon lange nicht mehr den Pavard gesehen, der sich vor einem Jahr mit seinen Leistungen ins WM-Team der Equipe tricolore gespielt hatte.

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