Der VfB-Coach ist im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 gesperrt. Nachdem alle Absprachen mit seinem Trainer-Team getroffen sind, wird er sich einen Platz auf der Baustelle suchen.
Egal, wen Pellegrino Matarazzo an diesem Samstag ins Duell gegen den FC Schalke schicken wird, geschwächt ist der VfB auf jeden Fall – weil der Trainer fehlt.
Nach seiner Gelb-Roten Karte in Köln ist Matarazzo gesperrt, Kontakt zu den Profis darf er nur bis eine halbe Stunde vor dem Anpfiff halten. „Ich habe lange überlegt, ob ich für ein Spiel Fritzle werde. Dann hätte ich ein gutes Versteck und wäre nahe an der Mannschaft dran“, sagte der 1,98 Meter große Coach am Freitag mit einem Lachen, wohl wissend, dass dies schon am viel zu kleinen Kostüm des Maskottchens scheitern würde. Stattdessen wird sich Matarazzo eine Maske gegen den Staub aufsetzen und irgendwo auf der Baustelle im Stadion ein ruhiges Plätzchen suchen: „Ich brauche einen guten Blick aufs Geschehen.“ Für die Entscheidungen sind diesmal andere zuständig.
Die Co-Trainer Michael Kammermeyer und Michael Wimmer werden nach der finalen Ansprache von Matarazzo die Mannschaft übernehmen, über sämtliche Eventualitäten und Wechseloptionen wurde im Vorfeld gesprochen. „Wenn es kein Nachteil wäre, dass der Cheftrainer fehlt, dann müsste ich meine Rolle und meine Fähigkeiten überdenken“, erklärte Matarazzo, „aber ich bin sicher, dass mein Trainerteam alle Aufgaben hervorragend lösen wird. Ich habe vollstes Vertrauen.“ Trotzdem soll eine solche Konstellation nicht noch mal vorkommen.
Matarazzo will die Grenzen akzeptieren
Matarazzo hat sich viele Gedanken über die Vorkommnisse in Köln gemacht, wo er – obwohl Minuten vorher bereits verwarnt – vor Wut gegen eine Werbebande trat und von der Bank verwiesen wurde. „Ich bin zuletzt gegenüber den Schiedsrichtern schärfer aufgetreten, deshalb war es womöglich nur eine Frage der Zeit, bis so etwas mal passiert“, sagte der VfB-Coach. Emotionale Debatten mit Unparteiischen seien zwar erlaubt, und diese werde er auch weiterhin führen, dabei aber fortan keine Grenzen mehr überschreiten: „Ich werde versuchen, Druck rauszunehmen und auf menschlicherer Ebene mit den Schiris zu diskutieren.“
Ob es gelingt? Hängt sicherlich auch von der Frage ab, wie seine Mannschaft auftritt. Läuft es sportlich gut und stimmt die Einstellung, muss Matarazzo von außen weniger Einfluss nehmen. Rutscht der VfB aber erneut in untere Regionen ab, ist natürlich auch der Trainer an der Außenlinie gefordert – dann muss er die Emotionen wecken. Notfalls auch, indem er den Schiedsrichter angeht. Das zeigt, wie schmal der Grat ist, obwohl Matarazzo am Freitag für die Zeit nach seiner Sperre Besserung gelobte: „In Zukunft werde ich auf mich achten.“