Ende einer Amtszeit: Bernd Wahler ist nicht mehr Präsident des VfB Foto: Baumann

Bernd Wahler ist von seinem Amt als VfB-Präsident zurückgetreten. Nach dem Abstieg in die zweite Bundesliga hat er am Sonntag die Konsequenzen gezogen. Das hat wohl auch Folgen für die geplante Ausgliederung.

Stuttgart - Der VfB-Präsident Bernd Wahler ist am Tag nach dem Abstieg in die zweite Liga wie erwartet zurückgetreten. Bereits unmittelbar nach der 1:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg hatte er erklärt, dass er die Verantwortung für den Absturz übernehme. Am Sonntag zog er dann die Konsequenzen und machte den Weg für einen personellen Neuanfang an der Vereinsspitze frei. Nach Rücksprache mit dem Aufsichtsrat hat Präsident Bernd Wahler in gegenseitigem Einvernehmen entschieden, sein Amt mit sofortiger Wirkung niederzulegen, wie der VfB am Nachmittag per Pressemitteilung verkündete. „Wir respektieren die Entscheidung von Bernd Wahler, der mit diesem Schritt Verantwortung übernimmt und damit persönliche Konsequenzen zieht. Bernd Wahler hat mit größtem persönlichem Engagement und Einsatz die notwendige Entwicklung des VfB in vielen Bereichen vorangetrieben. Dafür bedankt sich der Aufsichtsrat“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Martin Schäfer.

Zuletzt hatte Wahler noch um seinen Job gekämpft und auf seinen Vertrag verwiesen, der noch bis zum nächsten Jahr läuft. Doch merkte er zunehmend, dass die Widerstände gegen seine Person immer größer wurden. „Vorstand raus!“, skandierten die Fans in Wolfsburg. Endgültig verloren haben sie das Vertrauen in den Clubchef, der im Sommer 2013 mit 97 Prozent der Stimmen ins Amt gewählt worden war und den Mitgliedern rosige Zeiten versprochen hatte. Den Umschwung jedoch konnte Wahler nicht einleiten – im Gegenteil: Sieben verschiedene Trainer beschäftigte er in weniger als drei Jahren, bis es nun zum Abstieg kam.

Bernd Wahler sagte: „In der Geschichte unseres Vereins war gestern ein schwarzer Tag. Wir haben hart gearbeitet, vieles verändert und gekämpft - es hat nicht gereicht. Es ist noch immer unfassbar, wir sind abgestiegen. Dafür übernehme ich die Verantwortung. Als Konsequenz, und in Absprache mit dem Aufsichtsrat, lege ich mein Amt als Präsident des VfB Stuttgart nieder. Ich danke allen VfB’lern, insbesondere den Mitgliedern und Mitarbeitern des VfB Stuttgart für die Unterstützung, die ich während meiner Amtszeit erfahren habe. Ich wünsche dem ganzen Team, dass sie den begonnenen, harten Veränderungsprozess weiter durchziehen und sich der sportliche Erfolg schon bald wieder einstellt.“

Mit großem Einsatz kämpfte Wahler zuletzt für die Ausgliederung, die der VfB seinen Mitgliedern eigentlich am 17. Juli zur Abstimmung stellen wollte. Sehr unwahrscheinlich ist es nun, ob der Verein an diesen Plänen festhält. Erst einmal muss die Frage beantwortet werden, wer dem VfB künftig vorsteht. Bis auf Weiteres führen die verbliebenen Vorstände Jochen Röttgermann (Marketing) und Stefan Heim (Finanzen) die Clubgeschäfte, während die Zukunft des Sportvorstands Robin Dutt vorerst ungeklärt ist. Einen freiwilligen Rückzug wie Wahler hat er ausgeschlossen. Schäfer sagte, „die Gremien des VfB Stuttgart werden zeitnah zusammenkommen und gemeinsam über kurzfristig erforderliche Maßnahmen, aber auch über mittel- und langfristig notwendige Veränderungen beraten und anschließend die entsprechenden Entscheidungen treffen.“ Zuvor war bereits bekannt geworden, dass Jürgen Kramny nicht mehr Trainer des VfB ist.

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