Für Silas Katompa Mvumpa und den VfB Stuttgart kann die Saison losgehen. In unserer Bildergalerie blicken wir auf den Test gegen Valencia zurück. Foto: Baumann

Beim 5:2 gegen den FC Valencia präsentiert sich der VfB Stuttgart in der Offensive variabler als in der Vorsaison. Wenngleich der Test nur bedingt Rückschlüsse zulässt – die Saison kann losgehen.

Flüssige Kombinationen, schön herausgespielte Tore und die Rückkehr lange vermisster Spieler – der Auftritt des VfB Stuttgart beim 5:2 gegen den FC Valencia war hübsch anzuschauen. Aber ist der VfB Stuttgart damit gerüstet für den Pflichtspielstart? Die wichtigsten Erkenntnisse nach dem letzten Vorbereitungsspiel.

 

Die Offensive funktioniert Sasa Kalajdzic auf dem Sprung (und gegen Valencia auf Grund von Unwohlsein frühzeitig ausgewechselt), Mo Sankoh verliehen, Neuling Thomas Kastanaras verletzt: Droht dem VfB schon wieder ein Engpass im Angriff? Der finale Testspielauftritt (im 3-5-2-System) lieferte den Gegenbeweis: Fünf Treffer müssen gegen ein Team aus der Primera División erst einmal erzielt werden.

Doppeltorschütze Tiago Tomas bestach durch Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, Silas Katompa Mvumpa (ein Tor, eine Vorlage) war nach seinen schweren Verletzungen fast wieder der Alte. Für ihn freute sich Sven Mislintat besonders. „Sein Lächeln ist wieder da. Er hat sich über Athletik seine Spielfreude, seine Unberechenbarkeit zurückgeholt,“ sagte der Sportdirektor über den Kongolesen. Allerdings: Für die volle Distanz über 90 Minuten fehlen Silas noch ein paar Prozent.

Das Duo Sosa/Kalajdzic wird nicht vermisst

Was auffiel gegen die Spanier: Im Offensivspiel griffen schon viele Rädchen ineinander. Sowohl im Positionsspiel bei Ballbesitz als auch im Umschaltspiel. Hier bieten sich dem VfB gegenüber der Vorsaison durch die Rückkehr schneller Spieler wie Silas neue Möglichkeiten.

„Jeder auf dem Platz wusste, was zu tun war“, lobte Trainer Pellegrino Matarazzo. Das Duo Kalajdzic/Borna Sosa (Letzterer fehlt noch verletzt) wurde jedenfalls nicht vermisst. Von dem zwar erfolgreichen, aber auch etwas eindimensionalen Angriffsmuster Flanke Sosa, Kopfball Kalajdzic hat sich das Matarazzo-Team emanzipiert.

Der zweite Anzug sitzt Spieler, die in den vergangenen beiden Jahren die zweite Reihe bildeten (wenn überhaupt), sind plötzlich nah dran an der Startelf. Naouirou Ahamada und Darko Churlinov wären hier als Erstes zu nennen. Der 20-jährige Franzose Ahamada bestach durch seine Ballsicherheit und spielte einen erfrischend offensiven Part. Für Matarazzo gehört er „zu den Jungs, die in der Vorbereitung zwei Schritte nach vorne“ gemacht haben. Und Orel Mangala womöglich bald vergessen machen. Der zur Pause eingewechselte Darko Churlinov wiederum benötigte keine dreißig Sekunden, um zu zeigen: Hallo, hier bin ich! Direkt nach Wiederanpfiff legte er Silas das 3:1 auf, später dann Neuzugang Juan José Perea das 4:2. Das 5:2 erzielte der Mazedonier selbst. Das kleine Sommertheater mit Schalke ist damit endgültig geschlossen.

Der 22-Jährige bringt den großen Trumpf ein, fast überall einsetzbar zu sein. Als offensiver Außenbahnspieler genauso wie hinter den Spitzen. Zur Not auch defensiv. „Und wenn er sauer ist, dass er mal nicht spielt, dann ist das auch gut“, spielte Mislintat auf den ausgeprägten Ehrgeiz des Mazedoniers an.

Auch Millot und Egloff fügen sich gut ein

Vielleicht nicht zwei, aber zumindest einen Schritt nach vorne sind Enzo Millot und Lilian Egloff zu attestieren. Beide fügten sich nach ihren Einwechslungen gut ein. Egloff leitete kurz vor Schluss mit einem klugen Steckpass das 5:2 ein.

Die Defensive wackelt Wie so oft, wenn der Ball gut läuft und man sich am eigenen Offensivspektakel berauscht: Das Defensivverhalten gerät zur lästigen Pflichtaufgabe, die Konzentration schwindet. Gegen Valencia zu beobachten an den beiden Gegentoren durch Marcos André. Beim ersten klärte Konstantinos Mavropanos nicht entschlossen genug, beim Treffer zum 2:3 blieb Torhüter Fabian Bredlow (er spielte eine Halbzeit) bei einer Flanke auf der Linie kleben. Mislintat sprach von Schönheitsfehlern – was beschönigend klingt, intern aber einer klaren Analyse unterzogen werden soll.

Neuzugänge Vagnoman und Perea müssen sich erst herantasten

Einige Schwächen offenbarten am Samstag auch die beiden Neuzugänge Josha Vagnoman und Juan José Perea (trotz seines Tores). Beiden war anzumerken, dass sie sich an das hohe Niveau und die Abläufe in ihrer Mannschaft erst noch gewöhnen müssen. Auf ein komplett anderes Spiel wird sich der VfB am kommenden Freitag (18.30 Uhr) in der ersten Pokalrunde bei Dynamo Dresden einstellen müssen. „Das Stadion dort wird brennen“, stellte Mislintat seinem Team einen heißen Tanz in Aussicht.