Trotz Offerten aus England und Porto: Der VfB will sein Abwehrtalent Antonio Rüdiger (re./neben Arjen Robben) auf keinen Fall ziehen lassen Foto: Bongarts

Nach der Fußball-WM laufen die Transferaktivitäten der Clubs auf Hochtouren. Beim VfB Stuttgart tut sich bisher noch nicht so furchtbar viel. In den Bereich linke Außenbahn kommt allerdings Bewegung.

Stuttgart - Die allgemeine WM-Euphorie hat die notorischen Nörgler rund ums VfB-Clubheim für ein paar Wochen verstummen lassen. Doch kaum ist die Party in Schwarz-Rot-Gold vorüber, hat sich das Gemurre wieder auf Normalmaß eingependelt. Die Sorge im Umfeld ist groß, dass die kommende Saison nicht (wesentlich) besser wird als die letzte. Der Verein hat der allgemeinen Skepsis bisher nur die Verpflichtung von Armin Veh als neuem Trainer entgegengesetzt.

Auf dem Transfermarkt gilt weiterhin die Devise: Still ruht der Wasen. Der Ankündigung von Präsident Bernd Wahler, „ein bis zwei Kracher“ verpflichten zu wollen, sind bislang keine weiteren Taten gefolgt. Zur Erinnerung: Stürmer Daniel Ginczek (23) gilt als einer dieser Hochkaräter.

Auf einen weiteren dürfen die VfB-Fans immerhin noch hoffen. Wer das sein könnte, steht in den Sternen. Auch eine Kategorie unter „Kracher“, in der Abteilung Normalos, hat der 15. der Vorsaison noch keine Verpflichtung getätigt, welche die Konkurrenz in Angst und Schrecken versetzen würde. Adam Hlousek (25) und Florian Klein (27) stehen bislang als Einzige auf der Habenseite. Die beiden haben im Trainingslager einen ordentlichen Eindruck hinterlassen – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Kommt Kostic

In den Tagen von Schruns klingelte das Handy von Jochen Schneider zwar unentwegt – Stand heute hat sich aber nichts wesentliches getan. Immerhin lässt sich der Sportdirektor in Abwesenheit von Sportvorstand Fredi Bobic (Urlaub) entlocken, dass Filip Kostic „ein Spieler ist, den man kennt“. Der Offensivmann vom holländischen Ehrendivisionär FC Groningen könnte nach dem Abgang von Ibramiha Traoré die linke Außenbahn besetzen. Der Linksfuß ist technisch ähnlich beschlagen, dribbelstark, schlägt gute Flanken und hat den größeren Zug zum Tor als Traoré. In der abgelaufenen Saison erzielte der 21-Jährige elf Tore für den Siebten der ersten holländischen Liga.

Offenbar hat der VfB in Groningen sein Interesse bekundet, und anscheinend ist der Serbe auch gewillt, nach Stuttgart zu wechseln. Jedenfalls äußerte sich sein Berater Zoran Pavlovic dahin gehend. Klar ist, dass Groningen Kostic (Vertrag bis 2015) nicht ohne Weiteres ziehen lassen will. Eine entscheidende Rolle spielt die Frage, ob sich der Verein (gegen Aberdeen) noch für die Europa League qualifiziert oder nicht.

Auf der Sollseite des Personaltableaus halten sich die Bewegungen ebenfalls in Grenzen. Vor der WM war darüber spekuliert worden, dass Vedad Ibisevic dem Verein bei einem entsprechenden Angebot den Rücken kehren könnte. Nun hat der Bosnier in Brasilien nicht so durchschlagend auf sich aufmerksam gemacht, dass die Interessenten Schlange stehen. Nach den Verletzungen von Daniel Ginczek, Mohammed Abdellaoue und Martin Harnik gilt es eher als unwahrscheinlich, dass der VfB einen seiner zwei fitten Stürmer ziehen lässt.

Gleiches gilt für Antonio Rüdiger. „Ein Verkauf ist absolut kein Thema für uns“, sagt Sportdirektor Schneider. Auch wenn Premier-League-Club West Ham United sein Angebot für das Abwehrtalent offenbar auf zehn Millionen Euro erhöht hat.

Armin Veh hat auf jeden Fall die Ruhe weg. „Wir haben eine Mannschaft, mit der wir jetzt auch in die Saison gehen könnten“, sagt der Trainer. Eine Aussage, die nur ­bedingt zur Beruhigung beim rot-weißen Anhang beitragen dürfte.

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