Nick Woltemade stößt mit seinem DFB-Debüt in einen Kreis von Stuttgarter Nationalspielern vor, der sich unter Julian Nagelsmann rapide vergrößert hat. Alle Namen in der Übersicht.
Auch wenn es sportlich nicht nach Wunsch lief: Das 1:2 gegen Portugal in der Nations League wird für Nick Woltemade immer als besonderes Spiel in Erinnerung bleiben, in dem er in der deutschen A-Nationalmannschaft debütierte – und das auch gleich von Beginn an.
Damit reiht sich der Stürmer in eine umfangreiche Liste an Profis des VfB Stuttgart ein, die unter Bundestrainer Julian Nagelsmann den Sprung in die DFB-Elf schafften: Sage und schreibe acht von insgesamt 17 Debütanten in Nagelsmanns bisheriger Amtszeit standen zum Zeitpunkt ihrer Berufung in Diensten des VfB: Chris Führich, Waldemar Anton, Maximilian Mittelstädt, Angelo Stiller, Deniz Undav, Alexander Nübel, Jamie Leweling – und nun eben Woltemade. Die Nominierungen haben die Zahl der Stuttgarter Nationalspieler rapide ansteigen lassen: 53 sind es mittlerweile.
Der erste VfB-Nationalspieler? Lief vor mehr als 100 Jahren auf. Paul Mauch, der 1921 vom FC Viktoria Feuerbach zum VfB gewechselt war. Im April 1922 stand der Torhüter im Freundschaftsspiel gegen Österreich in Wien zwischen den Pfosten, da die beiden etatmäßigen DFB-Keeper Heinrich Stuhlfauth und Theodor Lohrmann ausfielen. Mauch hielt den Kasten sauber und trug so zum 2:0-Erfolg bei – der erste Sieg im sechsten Länderspiel gegen den Nachbarn. Weitere Länderspiele kamen für ihn aber nicht hinzu.
Mauch ist längst nicht der einzige Stuttgarter, für den die Partie im DFB-Trikot eine einmalige Sache war: Gleich acht VfB-Spieler kamen genau einmal für Deutschland zum Einsatz – unter anderem der langjährige Stammtorhüter Helmut Roleder, der im März 1984 im Testspiel gegen die UdSSR (2:1) zur Pause für Toni Schumacher eingewechselt wurde.
Karlheinz Förster mit der Bestmarke an Einsätzen
Am anderen Ende der Skala hält Karlheinz Förster eine Bestmarke, die so schnell keiner knacken dürfte: 81 Länderspiele absolvierte der Abräumer während seiner VfB-Zeit, so viele wie niemand sonst. Sein letztes: das WM-Finale im Juni 1986 gegen Argentinien (2:3), nach dem er sowohl seine Karriere im DFB-Trikot beendete als auch den VfB in Richtung Olympique Marseille verließ. Zwei andere ehemalige VfB-Profis haben in Summe zwar mehr Länderspiele auf dem Konto, Philipp Lahm (113) und Jürgen Klinsmann (108), sie absolvierten die Mehrzahl davon aber erst, nachdem sie den VfB im Alter von 21 respektive 24 Jahren verlassen hatten.
In der nachfolgenden Infobox finden Sie alle 53 deutschen A-Nationalspieler des VfB mit der Anzahl ihrer Einsätze im DFB-Trikot.
Die 53 deutschen Nationalspieler des VfB
Namen
Karl Allgöwer (10 Einsätze), Waldemar Anton (7), Karl Barufka (3), Thomas Berthold (62), Ernst Blum (1), Fredi Bobic (37), Karl Bögelein (1), Otto Bökle (1), Guido Buchwald (76), Cacau (23), Bernd Förster (33), Karlheinz Förster (81), Michael Frontzeck (19), Chris Führich (8), Rolf Geiger (9), Christian Gentner (5), Heiko Gerber (2), Mario Gomez (78), Marco Haber (2), Roberto Hilbert (8), Timo Hildebrand (7), Andreas Hinkel (21), Thomas Hitzlsperger (52), Dieter Hoeneß (6), Eike Immel (19), Walter Kelsch (4), Sami Khedira (77), Jürgen Klinsmann (108), Horst Köppel (11), Kevin Kuranyi (52), Philipp Lahm (113), Jamie Leweling (2), Bernd Martin (1), Maximilian Mittelstädt (12), Paul Mauch (1), Hansi Müller (42), Alexander Nübel (2), Erich Retter (14), Helmut Roleder (1), Antonio Rüdiger (62), Willi Rutz (1), Matthias Sammer (51), Günter Sawitzki (10), Robert Schlienz (3), Klaus-Dieter Sieloff (14), Angelo Stiller (4), Thomas Strunz (41), Serdar Tasci (14), Christian Träsch (10), Deniz Undav (5), Josha Vagnoman (1), Erwin Waldner (13), Nick Woltemade (1).
Kriterien
Aufgeführt sind nur Länderspiele für die deutsche A-Nationalmannschaft. Die Zahl der Einsätze bezieht sich auf die gesamte Karriere, nicht nur die VfB-Zeit.