Auf dem Wunschzettel des VfB: Valentin Stocker (re.) Foto: dpa

Der neue Trainer ist in Armin Veh gefunden, jetzt muss der VfB Stuttgart seine Mannschaft verstärken. Ein Wunschkandidat ist Offensiv-Allrounder Valentin Stocker (25) vom FC Basel.

Stuttgart - Noch hat Valentin Stocker keinen Kopf für den VfB, noch muss er mit dem FC Basel die Schweizer Meisterschaft sichern. Ein Sieg an diesem Donnerstag beim FC Aarau oder eine Niederlage von Verfolger Grasshopper Zürich, dann ist es geschafft. Ansonsten fällt die Entscheidung am Sonntag beim Saisonfinale. Danach kann es schnell gehen. Der VfB hat bereits ein Angebot abgegeben, mit Stocker soll sich Fredi Bobic einig sein. „Wir wollen Stocker. Bei ihm ist es aber schwieriger als bei anderen Spielern“, sagt der Sportdirektor.

Das liegt daran, dass in Sachen Stocker wie in jeder Wechselperiode jede Menge Interessenten beim FC Basel anklopfen. Diesmal sind es unter anderem Newcastle United, der OSC Lille – und vor allem Hertha BSC, das dem VfB neuerdings frech die Stirn bietet. Bei der Mitgliederversammlung kündigte der Verein am Montag an, er werde den Lizenzspieleretat um acht auf 31 Millionen Euro erhöhen. So viel Geld hat Hertha noch nie für seine Profis ausgegeben. „Wir haben nun die Möglichkeit, einige Transfers zu realisieren“, sagt Geschäftsführer Ingo Schiller – und meint zuvorderst Valentin Stocker.

Gut fünf Millionen Euro will der FC Basel an Ablöse, Stocker schwebt angeblich ein Gehalt von knapp zwei Millionen Euro vor. Dem VfB ist er das Geld wert, zumal Stocker zuletzt alles getan hat, um sich in den Vordergrund zu spielen. In den vergangenen fünf Ligaspielen hat er sechs Treffer erzielt, einen davon in der Partie gegen den FC Luzern (3:1), bei dem Fredi Bobic auf der Tribüne saß.

Seine bisherige Saisonbilanz mit zwölf Toren und acht Vorlagen kann sich sehen lassen, zudem übernimmt er in dieser Saison mehr Verantwortung als früher. Gegen Luzern schnappte sich der Linksfuß den Ball und drosch einen Freistoß direkt ins Tor. Stocker bringt Erfahrung aus 22 Länderspielen (drei Tore), 19 Champions- und 26 Europa-League-Spielen mit. Eine Stärke ist seine Flexibilität. Seine Stammposition ist das linke Mittelfeld, doch weil Basels Trainer Murat Yakin häufig das System wechselt, kommt er auch zentral, rechts oder als Sturmspitze zum Einsatz.

Das alles spricht für Stocker, jetzt muss er nur entscheiden: Stuttgart – oder Berlin? Lebenswert sind beide Städte, in beiden gibt es nächste Saison keinen internationalen Fußball, und beide sind Bestandteil der Bundesliga, die Stocker reizt, weil er dort den nächsten Schritt nach vorn machen will. „Wenn mich ein Club vor der WM verpflichten will, dann will er mich wirklich, dann hat er mich schon länger im Blick“, sagt er – auch das gilt für beide Vereine. Was für Stuttgart spricht, ist die Nähe zu seiner Heimatstadt Kriens bei Luzern. In knapp drei Stunden kann er die 270 Kilometer schaffen.

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