Wo geht die Reise hin für Matthieu Delpierre. Sein Vertrag beim VfB Stuttgart läuft aus. Foto: dpa-Zentralbild

Für zahlreiche Spieler geht es in den kommenden Wochen um den weiteren Verlauf ihrer Karriere.

Stuttgart - Am trainingsfreien Dienstag war es ruhig auf dem Vereinsgelände des VfB Stuttgart. Die Profis blieben zu Hause – nur einer war da: der Kapitän. Serdar Tasci, der am Sonntag in Hannover wegen einer Oberschenkelzerrung passen musste, ließ sich behandeln, um bis Samstag wieder fit zu werden. Dann kommt der SC Freiburg zum Derby nach Stuttgart, und Tasci ist schon richtig heiß: „Für mich sind Spiele gegen Freiburg immer etwas Besonderes.“

Serdar Tasci denkt also erst einmal kurzfristig für zahlreiche andere Profis des VfB entscheidende Wochen an, die mehr sein können als nur ein Fingerzeig für die Zukunft. Es geht um Stammplätze, Verträge und Eindrücke. Oder zusammengefasst: Viele Spieler der Roten spielen um ihre Perspektive.

Sakai läuft Boka Rang ab

Da sind zum einen die Spieler, deren Vertrag am Ende dieser Saison ausläuft. Pawel Pogrebnjak hat den Verein bereits verlassen, andere werden wohl folgen. Matthieu Delpierre zum Beispiel. Der Innenverteidiger und ehemalige Kapitän wollte sich über die zweite Mannschaft Spielpraxis holen und sich dann doch noch für eine Vertragsverlängerung empfehlen. Doch dann sah er Rot und wurde für drei Spiele gesperrt. Oder Arthur Boka. Der Ivorer fehlte zuletzt wegen seines Einsatzes beim Afrika-Cup. Der Linksverteidiger würde gerne in Stuttgart bleiben, doch nun hat ihm erst einmal Gotoku Sakai den Rang abgelaufen. Khalid Boulahrouz hat zwar seinen Stammplatz sicher, der Rechtsverteidiger produzierte aber zuletzt in Hannover zahlreiche Fehler. Werbung in eigener Sache macht dieses bislang hoch bezahlte Trio also nicht unbedingt. Timo Gebhart und Julian Schieber geht es da nicht anders.

Das Duo sollte beispielgebend sein für die neue VfB-Generation. Auf dem Platz sieht man die beiden allerdings selten. Gebhart ist nach einer Verletzung noch nicht fit, kam aber auch davor selten zum Einsatz. Schieber ist hinter Vedad Ibisevic und Cacau nur Stürmer Nummer drei. Beide werden sich viele Gedanken über ihre Zukunft machen. Und dann sind da noch die vielen jungen Spieler.

Auch die müssen in den kommenden Wochen zeigen, dass sie in Zukunft echte Alternativen sein können. Zwar haben fünf Talente in dieser Saison schon ihr Debüt in der Profimannschaft gefeiert, etabliert hat sich aber noch keiner. „Wir sind erst zufrieden, wenn sie sich stabilisiert haben“, sagt VfB-Trainer Bruno Labbadia. Den besten Eindruck hinterlässt derzeit Raphael Holzhauser.

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