VfB-Aufsichtsratschef Dieter Hundt. Foto: dpa

Die Präsidentensuche des VfB Stuttgart wird immer mehr zur Posse. Der Vorsitzende Alfred Grupp sagt: „Wir sehen uns gezwungen zu handeln.“

Stuttgart - Die Präsidentensuche des VfB Stuttgart wird immer mehr zur Posse. Nachdem die beiden Vorstände Fredi Bobic und Ulrich Ruf aus der Findungskommission ausgetreten sind, fordert nun der Ehrenrat den Rücktritt von Aufsichtsratsboss Dieter Hundt. „Wir sehen uns gezwungen zu handeln“, sagt der Ehrenratsvorsitzende Alfred Grupp und ergänzt: „Wir wollen uns nicht irgendwann vorwerfen lassen, in diesen schwierigen Zeiten nichts unternommen zu haben.“

Für Grupp und die Mitglieder brachte die Tatsache, dass der Aufsichtsrat die Präsidentensuche in den vergangenen Tagen komplett an sich gerissen hat, das Fass zum Überlaufen. Ursprünglich waren die Ehrenräte Grupp und Hermann Ohlicher neben Bobic und Ruf sowie den Aufsichtsräten Rudolf Zipf und Joachim Schmidt Mitglieder der Findungskommission – jetzt sucht nur noch das Kontrollgremium mit Hilfe einer Personalberatungsagentur einen Nachfolger für Gerd Mäuser. Die Zeit drängt: Die Mitgliederversammlung, bei der ein neuer Präsident gewählt wird, findet am 22. Juli statt.

„Herr Hundt hat zweifelsohne Verdienste rund um den VfB“, sagt Grupp, „aber der Ehrenrat ist sich darüber einig, dass er jetzt die Zeichen der Zeit erkennen und zurücktreten muss. Die Interessen des Vereins sollten über allen persönlichen ­Interessen stehen, deshalb kann es nur diesen Schritt geben.“ Grupp fürchtet wie viele Fans und Personen aus dem näheren Umfeld, dass mögliche Präsidentschaftskandidaten davor zurückschrecken, ihren Hut in den Ring zu werfen, weil sie fürchten, am 22. Juli als Mann von Hundts Gnaden abgestraft zu werden. Der Aufsichtsratschef hat spätestens seit seinem ­Fehlgriff mit dem gescheiterten Ex-Präsidenten Mäuser kaum noch Rückhalt bei den Anhängern und im Umfeld des Clubs. „Das Risiko ist hoch, dass der Aufsichtsrat jetzt keinen geeigneten Kandidaten ­findet“, sagt Alfred Grupp.

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