Alexander Wehrle sah am Dienstagabend einen 3:2-Sieg des VfB gegen Eintracht Frankfurt. Foto: IMAGO / DeFodi Images/IMAGO / Passion2Press

Die Stuttgarter haben ihre Kaderplanungen weit vorangetrieben und positionieren sich klar zum Interesse anderer Clubs. Dennoch könnte sich noch etwas tun im Winter.

Knapp drei Wochen hat das Transferfenster noch geöffnet – viel Zeit, in der sich in der Fußball-Bundesliga noch einiges tun wird bei Zu- wie Abgängen. Für den VfB Stuttgart aber ist schon jetzt weitgehend ein Haken am laufenden Wechsel-Winter. „Die Transferperiode ist beendet“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle am Rande des 3:2-Sieges gegen Eintracht Frankfurt bei Sky mit Blick auf mögliche Neuzugänge – und sorgte damit auch für wenig Erstaunen bei seinem Trainer, der ja in die Kaderplanungen stets eingebunden ist. „Da gehe ich mit“, sagte Sebastian Hoeneß, „das ist jetzt für mich keine Überraschung.“

 

So bleibt es aller Voraussicht nach bei einem externen Winter-Neuzugang: Jeremy Arevalo (20), der als Perspektivspieler für den Sturm von Racing Santander nach Bad Cannstatt wechselte. Hinzu kommt ein interner Neuzugang in Person von Ermedin Demirovic, der im Verlauf der Hinrunde drei Monate lang ausgefallen war und sich nun gegen die Eintracht direkt mit einem Tor zurückmeldete. Und: In wenigen Wochen wird die Offensive nochmals neue Impulse erhalten durch die Rückkehr von Bilal El Khannouss, der derzeit noch mit Marokko beim Afrika-Cup weilt.

Wehrle: „Jamie Leweling wird definitiv bei uns bleiben“

Der Schlussstrich unter die Transferperiode gilt für Vorstandschef Wehrle derweil auch für mögliche Abgänge von Stammkräften – wobei zuletzt insbesondere Jamie Leweling das Interesse des AFC Bournemouth aus der Premier League auf sich gezogen hatte. Die Engländer suchen einen Nachfolger für Außenstürmer Antoine Semenyo, der für gut 70 Millionen Euro zu Manchester City wechselte – und blitzten mit einem Angebot über 40 Millionen in Stuttgart ab. Weitere Offerten sind Wehrle zufolge auch nicht mehr nötig oder zielführend. Ob Leweling denn in diesem Winter sicher beim VfB bleibe? Kurze Antwort: „Ja.“ Ob er unverkäuflich sei? „Ja.“

Nun hat man beim VfB mit kurzfristigen Angeboten von zahlungskräftigen Briten zuletzt ja so seine Erfahrungen gemacht, Nick Woltemade wechselte vor einem halben Jahr auf den letzten Drücker zu Newcastle United. Für Wehrle aber ist der Fall beim formstarken Leweling anders gelagert – aufgrund der jüngsten Positionierung des Spielers selbst. „Jamie hat sich auch persönlich ganz klar geäußert, dass für ihn ein Wechsel nicht infrage kommt – anders als bei Nick Woltemade.“ Der Außenstürmer wolle nicht wechseln, der VfB wolle ihn nicht abgeben, damit sei alles Wesentliche gesagt: „Das haben wir abgeschlossen. Jamie hat mit uns viel vor und wird definitiv bei uns bleiben.“

Begehrter Akteur: Jamie Leweling Foto: Baumann/Alexander Keppler

Ob das auch für Spieler im Kader mit zuletzt wenig Spielzeit gilt, ist derweil noch offen. Die Stuttgarter arbeiten bereits seit Beginn der Transferperiode daran, ihren Kader zu verkleinern und für Profis mit unsicheren Einsatzchancen Lösungen zu finden. Flügelspieler Silas wechselte zum FSV Mainz 05, zudem verließen den Club per Leihe Stürmer Jovan Milosevic (Werder Bremen) ohne Kaufoption sowie Mittelfeldspieler Yannik Keitel (FC Augsburg) mit Kaufoption.

Ob noch weitere hinzukommen? Man habe derzeit nicht vor, noch Spieler abzugeben, sagt Sportvorstand Fabian Wohlgemuth – betont aber auch: „Dennoch sind wir nach wie vor mit Vereinen im Austausch, die sich den einen oder anderen Spieler aus unserem Kader in ihrem Kader wünschen.“ Im Fall von Rechtsverteidiger Leonidas Stergiou etwa steht ein Wechsel zum 1. FC Heidenheim im Raum. Ob der VfB aber zustimmt, hängt nicht zuletzt von der Entwicklung der defensiven Personalsituation in den kommenden Wochen ab: Der Schweizer ist auch eine Option für eine zentrale Abwehrposition – wo derzeit in Person von Luca Jaquez und Dan-Axel Zagadou zwei Spieler verletzungsbedingt fehlen.

Vielleicht tut sich also doch noch etwas in den kommenden knapp drei Wochen beim VfB. Wenn es nach Alexander Wehrle geht, aber definitiv nicht im Fall von Jamie Leweling und nicht bei möglichen Neuzugängen.