Fingerzeig für den Trainer: Ibrahima Traoré hat sich bei Bruno Labbadia empfohlen Foto: dapd

VfB-Neuzugang Traoré nutzt seine Chance – wie auch Christoph Hemlein und Patrick Bauer.

Stuttgart - Wer in der zweiten Reihe steht, der hat nur eine Chance: Er muss die wenigen Möglichkeiten, die sich ihm bieten, nutzen. Dann muss er da sein, muss sich zeigen. Im Pokalspiel gegen den FSV Frankfurt ist das gleich drei VfB-Talenten gelungen - zum Teil unter Schmerzen.

Das 1:0 (4.) durch Christoph Hemlein hatte er eingeleitet, das 2:0 (38.) durch Cacau vorbereitet, das 3:0 (89.) selbst erzielt. Was will man mehr von einem Reservisten? Ibrahima Traoré (23) kann die Dinge selbst gut einordnen. Deshalb beurteilte seinen Auftritt im linken Mittelfeld wenig euphorisch als "gut" und "okay". Traoré weiß: Das größte Glücksgefühl an diesem Abend waren nicht die Tore, an denen er beteiligt war, sondern der Anpfiff. Der Augenblick, als er von Anfang an auf dem Platz stand - erstmals nach über einem Jahr. "Das war ein klasse Gefühl", sagte er und strahlte.

Mit einer Verletzung am Sprunggelenk war er im Sommer vom FC Augsburg zu den Roten gewechselt. Weil "alle Bänder gerissen waren", konnte er vier Monate lang gar nichts tun. Danach hat er nach und nach den Trainingsrückstand aufgeholt, fünf Kurzeinsätze gehabt, ehe jetzt die Chance von Beginn an kam. "Das hat er gut gemacht", sagte Trainer Bruno Labbadia und lobte die "Leichtfüßigkeit und Dynamik" des Nationalspielers aus Guinea. Wenn Traoré für sein Heimatland spielt, ist er einer von dei Stürmern. "Beim VfB muss ich mich umstellen", sagte er, "da muss ich mehr für die Defensive arbeiten. Das ist ungewohnt für mich." In Guinea hat er trotz seiner jungen Jahre auch einen anderen Stellenwert: "Da bin ich Stammspieler und Führungsspieler. Beim VfB hatte ich bisher weniger Einsätze, als ich mir das erhofft hatte." Dennoch stellt er keine Ansprüche: "Nur weil ich ein Tor gemacht habe, geht jetzt nicht alles von selbst." 

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