Kurz vor dem Finale der U-21-EM wurde das Interesse des FC Bayern an Nick Woltemade vom VfB Stuttgart bekannt. Nun hat sich der DFB-Nachwuchscoach Antonio di Salvo dazu geäußert.
Bei einer Veranstaltung in Möglingen hat unlängst Alexander Wehrle noch einmal die Position des VfB Stuttgart klar vertreten. Nick Woltemade „spielt auch in der kommenden Saison bei uns Fußball“, sagte der Vorstandsvorsitzende der VfB AG – ließ die Tür aber einen Spalt offen: Es sei denn, der FC Bayern mache „wirklich etwas Außergewöhnliches, dann sind wir alle Profis genug, darüber zu sprechen“.
Der Rekordmeister will den Angreifer des VfB verpflichten, Woltemade will zu den Bayern – aber: Die Stuttgarter wollen einen außergewöhnlich hohen Erlös erzielen. Das erste Angebot der Münchner über 40 Millionen Euro plus möglicher Bonuszahlungen (weitere fünf Millionen Euro) sind für Wehrle noch kein Grund, sich mit den Bayern-Verantwortlichen zu treffen.
Bekannt geworden war das Interesse des FC Bayern an Nick Woltemade vor einigen Wochen – just zwei Tage vor dem EM-Finale der deutschen U-21-Nationalmannschaft gegen England. Bis zum Anpfiff hatte es damals rund um das DFB-Team kaum ein anderes Thema mehr gegeben. Es sei „schade“ gewesen, sagte nun Antonio di Salvo im Gespräch mit „Sports Illustrated“, wenn „vor einem Finale mehr über Transfergerüchte gesprochen wird als über das Spiel“.
Der Coach der deutschen U 21 machte aber auch klar, dass dieses Thema für ihn nicht der Grund für die 2:3-Niederlage (nach Verlängerung) im Endspiel gewesen sei. Die Mannschaft habe das „nicht wirklich“ gestört: „Wenn, dann hat es Nick selbst beschäftigt.“ Mit dem Angreifer, der bei der EM Torschützenkönig geworden ist, hatte di Salvo nach eigener Aussage über den Transfertrubel direkt vor dem Finale gesprochen.
„Er sagte mir, dass die Gespräche im Hintergrund schon länger liefen und er mit dem Kopf nur beim Finale sei“, erklärte Antonio di Salvo, „damit war es für mich abgehakt.“ Das kann der VfB nicht behaupten. Die Stuttgarter waren von diesen Gesprächen zwischen Woltemade und dem FCB und der angeblichen Einigung auf einen Vertrag bis 2030 überrascht worden. Die Münchner haben den VfB dann wohl erst nach Bekanntwerden der Gespräche mit Woltemade informiert.