Christian Träsch Foto: dpa

Labbadia sieht den Profi als rechten Verteidiger - auch im DFB-Team bessere Perspektive.

Wien - Teil eins des großen Bruderkampfs zwischen Österreich und Deutschland ist geschafft, und so kann es gern am Freitag (20.30 Uhr/ARD live) auf dem Rasen des Wiener Ernst-Happel-Stadions weitergehen. Im Vorfeld des EM-Qualifikationsspiels ließ DFB-Sponsor Mercedes-Benz die VfB-Profis Martin Harnik und Christian Träsch zum Nationen-Duell im Sportwagen gegeneinander antreten. Die Disziplinen lauten: Parallelslalom, Slalom auf nasser Fahrbahn und ein Rennen. Der Sieger hieß Christian Träsch. 1:0 für Deutschland.

Den Rest müssen die Kollegen allein erledigen. Denn Träsch (23) fällt mal wieder verletzt aus. Wie vor der WM 2010. Damals war es das rechte Sprunggelenk, diesmal ist es das linke. Ohne gegnerische Einwirkung war der Mittelfeldspieler, der auch als rechter Verteidiger überzeugt, im Training umgeknickt und hatte sich das Kapselband gezerrt. Damit fällt er auch für das EM-Qualifikationsspiel am nächsten Dienstag (19 Uhr/ARD) gegen Aserbaidschan in Baku aus. Beim VfB hat Träsch verlängerten Urlaub. Bis zu seiner Rückkehr ins Training am 3. Juli müsste er wieder fit sein.

Löw plant mit Träsch

Auch in der Nationalelf bedeutet die Verletzung nur, dass er aktuell keine Rolle spielt. Mittelfristig plant Bundestrainer Joachim Löw weiter mit ihm, womöglich mehr denn je. Plötzlich tun sich für Träsch ganz neue Perspektiven auf, doch will er das auch?

Wie so häufig spielt der FC Bayern die entscheidende Rolle. Nicht, dass Träsch vor einem Wechsel nach München stünde. Vielmehr hat der Rekordmeister für rund fünf Millionen Euro Ablöse den Ex-Schalker Rafinha (25) vom FC Genua geholt. Der Brasilianer spielt rechter Verteidiger, was bedeutet: Philipp Lahm wechselt im Verein wohl auf die linke Abwehrseite, wo schon länger Notstand herrscht: "Ich glaube kaum, dass Rafinha links spielen will", sagte Lahm.

Springt Träsch für Lahm ein?

Damit kann Joachim Löw prima leben. Auch in der DFB-Auswahl ist die linke Abwehrseite die Problemposition. Die soll ebenfalls Lahm schließen. Löw hat erklärt, dass er sich "anpassen" will. Wer für Lahm dann rechts einspringt? Na, eben - Christian Träsch. Beim VfB spielt er zwar im zentralen Mittelfeld, doch Trainer Bruno Labbadia plant ohnehin mit ihm hinten rechts.

Damit wäre allen gedient, Lahm, Löw und Labbadia. Und Träsch? Der ist noch nicht überzeugt. "Ich fühle mich im Mittelfeld deutlich wohler", sagt er. Allerdings sind beim DFB beide zentrale Positionen dauerhaft an Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira vergeben, dahinter lauern Toni Kroos, Simon Rolfes und Sven Bender. "Da wäre es falsch, große Ansprüche zu stellen", sagt Träsch. Als rechter Verteidiger hätte er deutlich bessere Perspektiven, auch wenn Träsch sagt: "Jerome Boateng und Arne Friedrich haben bewiesen, dass sie die Position gut spielen können." Doch Friedrich ist schon 32 - bleibt Boateng. Aber wo ist Träsch schon komplett konkurrenzlos?

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