Außer VfB-Reichweite: Martin Ödegaard ist eines der begehrtesten Talente weltweit - mit 14 Jahren war der Norweger zum Probetraining beim VfB. Ein Überblick über die Hoffnungsträger in den VfB-Reiher in unserer Bildergalerie! Foto: dpa

Der VfB Stuttgart setzt verstärkt auf internationalen Nachwuchs. Im Sommer zog er zahlreiche Talente an Land. Caniggia Elva und Danny Collinge warten seither allerdings auf ihre Spielberechtigung.

Stuttgart - Sie kommen aus aller Welt, doch sie sind keine Allerwelts-Talente. Viele kleine Juwelen lockt der VfB nach Stuttgart – Jugendspieler, die eines Tages den Profikader verstärken sollen. So einer hätte auch Martin Ödegaard werden können – hätte.

Mit 14 Jahren war Ödegaard zum Probetraining beim VfB. Ein Jahr später ist der Norweger das begehrteste Talent der Welt, doch der VfB ist wohl aus dem Rennen. Längst reißen sich Europas Topclubs um den jungen A-Nationalspieler. Was nur zeigt: Je früher der VfB ein Talent entdeckt, desto schneller muss er auch zugreifen. Beides hat sich Rainer Adrion vorgenommen: Seit dessen Rückkehr als Sportlicher Leiter U 17 bis U 23 sichtet und lockt der VfB verstärkt den internationalen Nachwuchs. „In diesem Altersbereich wollen wir mehr Akzente setzen und Qualität hinzuholen“, sagt Adrion, „dann bleiben zwei, drei Jahre, um die Talente fundiert auszubilden.“

Caniggia Ginola Elva (18): Wie fußballverrückt müssen Eltern sein, wenn sie ihren Sohn nach den früheren Weltstars Claudio Caniggia und David Ginola benennen? Stürmer Caniggia Ginola Elva ist mit einem Profivertrag bis 2018 beim VfB gesegnet, aber nicht mit einer Spielberechtigung für die U 19 des VfB. Elva wechselte mit 13 Jahren zu Calgary United nach Kanada, eine kanadische Staatsbürgerschaft besitzt er aber nicht, sondern nur die von der Karibikinsel St. Lucia, wo er geboren wurde. Mit ihr dürfte er für die Profis spielen, doch das kommt zu früh. Für Einsätze in der U 19 muss er Kanadier werden. „Das klappt wohl nicht. Deshalb werden wir Elva wohl ausleihen, bis er reif ist für unseren Profikader“, sagt Adrion.

Georgios Spanoudakis (15): Auf Facebook präsentierte sich der Deutsch-Grieche im VfB-Trikot, da war sein Wechsel noch gar nicht perfekt. Spanoudakis lobte den VfB als „großen Club“, dabei kommt er vom FC Barcelona. In der berühmten La-Masia-Akademie wurde der Rüsselsheimer, der als Bub bei Eintracht Frankfurt kickte, fünf Jahre ausgebildet. Wegen strengerer Auflagen bei Wechseln von Talenten musste der FC Barcelona ihn ziehen lassen, persönliche Kontakte halfen dem VfB bei der Verpflichtung.

Danny Collinge (16): Der englische U-17-Nationalspieler kam im Sommer vom Drittligisten Milton Keynes Dons, für die U 17 des VfB ist der Innenverteidiger erst ab 1. Januar 2015 spielberechtigt. Grund: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte die Wechseldokumente unvollständig beim Weltverband Fifa eingereicht und eine Frist verpasst.

Thomas Kunz (16): Nach drei Jahren in der Jugend von Grasshopper Zürich stürmt der Schweizer seit Juli für die U 17 des VfB.

Boris Tashchy (21): Der Stürmer aus der ­Ukraine kam im Oktober von Dynamo Moskau und hat am Wochenende sein erstes Tor für den VfB II erzielt. „Er macht seine Sache sehr gut, obwohl er noch nicht Deutsch spricht“, sagt Trainer Jürgen Kramny.

Stephen Sama (21): Nach fünf Jahren beim FC Liverpool verstärkt der Innenverteidiger seit Juli den VfB II. „Er hat eine starke Mentalität“, sagt Kramny über den Dortmunder, der mit VfB-Profi Antonio Rüdiger von 2007 bis 2009 in der Jugend des BVB gespielt hat. Rainer Adrion betont „unsere große Verpflichtung gegenüber den Spielern und deren Eltern“. Elva wohnt in einer Gastfamilie, die anderen im VfB-Internat, das 22 Plätze bietet.

Kunz bildet der VfB zum Sportkaufmann aus, die anderen profitieren von der engen Zusammenarbeit des Vereins mit Stuttgarter Schulen.

Künftig will der VfB verstärkt in den U-17-Bundesligen Nord/Nordost sichten. „Die Talente im Süden haben unsere Trainer im Blick, im Norden haben wir Nachholbedarf“, sagt Adrion.

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