Guter Freistoßschütze: VfB-Angreifer Filip Kostic Foto: Baumann

Kopfballstarke Spieler und gute Freistoßschützen: In sportlich schwierigen Zeiten sind Freistöße und Eckbälle für den VfB Stuttgart extrem wichtig. Das soll nun ausgebaut werden.

Stuttgart - Neun Tore hat der VfB Stuttgart nach acht Spieltagen der laufenden Bundesligasaison erzielt, vier davon fielen nach einem Eckball oder einem Freistoß. Kein Wunder also, dass Armin Reutershahn, der Co-Trainer des VfB, nicht viele weitere Argumente für seine These benötigt – die da lautet: „Standardsituationen sind extrem wichtig und entscheiden immer wieder Spiele.“

Sein Chef hat da eine ähnliche Meinung, weshalb Armin Veh die Hereinnahme von Georg Niedermeier für das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen entsprechend begründete: „Wir wollten bei Standards gefährlicher sein.“ Zwar erzielte Niedermeier keinen Treffer, dennoch ging die Rechnung auf. Bereits in der katastrophalen ersten Hälfte hatte der VfB zwei gute Möglichkeiten nach Standardsituationen. Und dass am Ende noch ein 3:3 gelang, hing wesentlich mit eben diesen Qualitäten zusammen – die zunächst einmal körperlicher Natur sind.

In Vedad Ibisevic (1,88 Meter), Martin Harnik (1,85), Georg Niedermeier (1,90), Christian Gentner (1,89) und Daniel Schwaab (1,86) hatte der VfB gleich fünf kopfballstarke Spieler mit Gardemaß auf dem Platz. Dazu kommt im Normalfall noch Antonio Rüdiger (1,90), der zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselt war. Keine Frage: In diesem Bereich kann Armin Veh im Grunde aus dem Vollen schöpfen und muss sich auch bei Eckbällen und Freistößen des Gegners keine allzu großen Sorgen machen. Allerdings gehört zu einer gefahrbringenden Standardsituation in der Offensive noch ein zweiter Part. „Genauso wichtig wie gute Kopfballspieler sind gute Freistoßschützen“, sagt Armin Reutershahn – und kann beim Blick auf die Kaderliste aber auch hier kein Manko erkennen.

In Filip Kostic, Alexandru Maxim und Daniel Didavi verfügt der VfB gleich über drei Profis, die brandgefährliche Flanken vors Tor schlagen können. „Wir haben hervorragende Schützen“, sagt Reutershahn. Das Problem: Didavi fehlt derzeit verletzt, Kostic kämpft nach wie vor mit einer hartnäckigen Erkältung, und Maxim hat Trainer Veh noch nicht vollends von seinen Fähigkeiten überzeugt. Immerhin: Der Serbe und der Rumäne haben gegen Leverkusen je einen Freistoß getreten, der zu einem Tor führte. So hat der VfB in der bislang mäßigen Saison einen positiven Trend gesetzt – der zur Methode werden soll.

Vor allen in den geheimen Trainingseinheiten direkt vor den Spieltagen wird an den Standards gefeilt. Schützen, Varianten, Spieler im Strafraum – alles ist vorab geregelt, die Verteidigungsstrategie des Gegners (Raum- oder Manndeckung) studiert. Der Rest ist eine Frage der Ausführung.

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