VfB-Sportchef Michael Reschke stützt Trainer Tayfun Korkut auch nach der Niederlage gegen Hannover 96. Foto: Pressefoto Baumann

Ein bitteres 1:3 beim bis dahin Tabellenletzten in Hannover. Der VfB Stuttgart geht auf Platz 18 in die Länderspielpause – aber wohl nicht mit einem neuen Trainer.

Hannover - Der Präsident des VfB Stuttgart war erst einmal bedient. „Ich bin enttäuscht“, sagte Wolfgang Dietrich in den Katakomben der HDI-Arena in Hannover und ergänzte: „Ich muss das erst einmal sacken lassen.“ Dann verließ er diesen Bereich des Stadions – und man hätte vermuten können, dass er sich nun auch Gedanken darüber macht, ob der VfB Stuttgart in der jetzigen Konstellation die eigentlichen Ziele noch erreichen kann. Doch wenig später hörte es sich nicht danach an, als ob Tayfun Korkut, der Trainer der Weiß-Roten, auch nach der 1:3-Niederlage beim bis dahin Tabellenletzten in Hannover um seinen Job bangen muss.

„Die Frage stellt sich nicht“, sagte da Michael Reschke, der Sportvorstand des VfB und ließ einige Minuten später keine Zweifel an dieser Aussage aufkommen, als er wiederholte: „Wir werden alles dransetzen, in dieser Konstellation erfolgreich zu sein.“ Ernüchtert war aber auch der Sportchef.

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Vor der Saison war sich Reschke sicher gewesen, dass der VfB mit dem Kampf gegen den Abstieg nichts zu tun haben würde. Nach dem Sieg gegen Werder Bremen erhoffte er sich, die Mannschaft möge nun „Fahrt aufnehmen“. Nichts davon war in der ersten Hälfte der Partie in Hannover zu sehen. Im Gegenteil: „Das war bitter und ernüchternd“, sagte Reschke, „wir haben in der ersten Hälfte nicht wie eine Bundesligamannschaft gespielt.“ Dass der Trainer mit seiner defensiven Grundordnung ein falsches Signal gesetzt hatte – das sah der Manager nicht so.

„Der Trainer wollte gar nicht so defensiv spielen“, sagte Reschke und warf der Mannschaft eine mangelhafte Willensleistung und zu wenig Aggressivität vor. „Wir müssen in jedem Spiel ans Limit gehen“, forderte er. Kapitän Christian Gentner sprang ihm bei: „Ich will gar nicht auf die Aufstellung eingehen, das wäre viel zu einfach. Wir waren viel zu passiv.“ „Mutlos“ hatte Torhüter Ron-Robert Zieler sein Team gesehen.

Das muss sich nun endlich finden, in zwei Wochen steht das Heimspiel gegen Borussia Dortmund an. Wohl mit Tayfun Korkut, der in Hannover zugeben musste: „Unsere Idee hat nicht funktioniert.“ Reschke aber meinte: „Die Zwischenbilanz ist zwar enttäuschend, aber Tayfun hat den Bock schon einmal entscheidend umgestoßen, diese Hoffnung haben wir auch jetzt.“ Gentner ergänzte: „Ich bin überzeugt, dass wir es alle gemeinsam hinbekommen.“

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