Trainer Tim Walter und der VfB Stuttgart gehen optimistisch in die zweite Liga. Foto: Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart hat den letzten Test vor dem Zweitligastart gewonnen. Was sagt das aus? Wir haben den Stand der Vorbereitung zusammengefasst.

Stuttgart/Schruns - Mit gelungenen Generalproben hat der VfB Stuttgart ja so seine Erfahrungen gemacht – nicht immer gute. Deshalb gilt nun, nach dem 4:2 des Zweitligisten gegen den SC Freiburg: nur nicht überbewerten das Ganze. Im österreichischen Schruns hat der neu formierte VfB seinen letzten Test vor dem Zweitligastart absolviert – über viermal 30 Minuten und mit Toren von Mario Gomez, Daniel Didavi, Gonzalo Castro und Tanguy Coulibaly. Schon am kommenden Freitag (20.30 Uhr) geht es gegen Mitabsteiger Hannover 96. Und immerhin: Das, was die Mannschaft von Trainer Tim Walter gegen den Bundesligisten bot, macht zumindest Hoffnung auf einen erfolgreichen Start.

Weitere Hinweise gab die Generalprobe zudem – in verschiedenen Bereichen.

Das Personal Drei der vier Plätze in der Innenverteidigung scheinen ziemlich fix vergeben zu sein. Pascal Stenzel ist als Rechtsverteidiger mangels Alternative so oder so gesetzt. In der Innenverteidigung hat das Duo Marcin Kaminski/Marc Oliver Kempf aktuell wohl die Nase vorn. Vor allem der Pole Kaminski hat sich durch das Jahr bei Fortuna Düsseldorf noch einmal weiterentwickelt. Timo Baumgartl ist derzeit noch keine Option, da der Blondschopf wegen seiner Teilnahme an der U-21-EM erst vor wenigen Tagen ins Training eingestiegen ist. Offen ist das Rennen um den Platz hinten links. Lange hatte sich das Eigengewächs David Grözinger aufgedrängt, Borna Sosa konnte noch nicht überzeugen, Emiliano Insua war zuletzt leicht angeschlagen.

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Im Mittelfeld hat vor allem Didavi eine starke Vorbereitung absolviert. Wie Routinier Castro scheint der Spielmacher gesetzt zu sein. Um die anderen Plätze gibt es noch ein Gerangel. Defensiv zwischen Santiago Ascacibar, Orel Mangala und Atakan Karazor (fehlte gegen den SC angeschlagen). Offensiv hat Philipp Klement gute Karten – obwohl der Neuzugang vom SC Paderborn zeitweise wegen muskulärer Probleme hatte kürzertreten müssen.

Im Sturm präsentierte sich das Duo Mario Gomez/Nicolas Gonzalez gut und eingespielt. Der junge Argentinier fehlt nun aber erst einmal, weil er mit der U 23 seines Landes bei den panamerikanischen Spielen am Ball ist. Sasa Kalajdzic hat sich im Test am Knie verletzt und fällt womöglich erst einmal aus, weshalb Hamadi al-Ghaddioui, Anastasios Donis und der junge Mateo Klimowicz um den Platz neben Gomez buhlen. Chadrac Akolo ist nach der Teilnahme am Afrika-Cup noch nicht wieder ins Training eingestiegen.

Flexibilität ist ein hohes Gut

Die Spielweise Der VfB agiert meist in einer 4-4-2-Grundordnung, die aber immer wieder durcheinandergewirbelt wird – weil Trainer Tim Walter ständige Bewegung fordert. Sogar und vor allem von den Abwehrspielern, die in anderen Systemen eher starr ihre Positionen halten. Flexibilität ist also ein hohes Gut in Walters Spielidee. Die beruht zudem darauf, dass das eigene Team die Kontrolle über Ball und Spiel hat. Es wird von hinten herauskombiniert, nur wenn der Gegner weit genug herausgelockt wurde, kommt mal ein langer Ball. Das Ganze ist nicht ohne Risiko, Ballverluste im eigenen Aufbauspiel können schnell zu Gegentoren führen. Andererseits sind die Ballstafetten – wenn sie denn gelingen – schön anzuschauen. In der gegnerischen Hälfte fordert Walter den absoluten Willen ein, Tore machen zu wollen. Die Trefferquote in der Vorbereitung kann sich sehen lassen.

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„Grundsätzlich sind wir mit der Art und Weise zufrieden, wie wir heute gespielt haben“, sagte Tim Walter nach dem Spiel gegen den SC Freiburg und betonte: „Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir uns in den vergangenen Wochen erarbeitet haben.“

Die Stimmung Ein Sieg bei der Generalprobe ist nie schlecht für das Selbstvertrauen und die Stimmung – wenn er richtig eingeordnet wird. Unabhängig davon haben die Tage von Kitzbühel und St. Gallen gezeigt, dass die Truppe den Abstiegsschmerz abgeschüttelt hat. Die zahlreichen Neuen haben beim Blick nach vorn sicher geholfen. Sämtliche Spieler haben bisher mitgezogen, die Stimmung ist gut, auch über die ungewöhnlichen Strafmaßnahmen für die Verlierer der Trainingsspiele hat sich noch keiner beschwert. Von viel Offenheit gegenüber den neuen Ideen berichtet regelmäßig Sportdirektor Sven Mislintat. Der Glaube, dass mit dem neuen Ansatz erfolgreich Fußball gespielt werden kann, wächst von Tag zu Tag.

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Die ultimative Belastungsprobe – in spielerischer und atmosphärischer Sicht – kommt aber erst noch. Mit dem Saisonstart in einer Woche. Die Generalprobe gegen den SC Freiburg hat zwar Hoffnung gemacht, der Bundesligist steht aber auch erst am Beginn seiner Saisonvorbereitung.

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