Entsetzt über Rot: Serdar Tasci (li.). Foto: dapd

Die rote Karte gegen den VfB-Kapitän Serdar Tasci sorgt für Irritationen – Sven Ulreich greift Fürther Spieler an.

Fürth - Serdar Tasci ist nie ein Lautsprecher gewesen, nun aber war er noch ein wenig kleinlauter als sonst – denn er wusste: Das war nicht astrein.

Im Spiel des VfB Stuttgart bei der SpVgg Greuther Fürth hatte sich der Spielführer der Roten in der 53. Minute den Ball zu weit vorgelegt, per Grätsche wollte er ihn noch erreichen, „aber Pekovic war schon da und ich komme zu spät“. So schildert Tasci die Szene, die zur verletzungsbedingten Auswechslung des Fürthers Milorad Pekovic und zu seinem Platzverweis geführt hat. Allerdings war dem Abwehrspieler auch wichtig: „Es war keine Absicht.“ Weshalb er die Rote Karte dann doch als ein wenig zu hart einstufte. „Gelb hätte gereicht“, sagte Tasci – und hatte einige Fürsprecher.

Bobic hält den Platzverweis für übertrieben

Fredi Bobic war einer von ihnen. Für den Sportdirektor war der Platzverweis „übertrieben“, auch er hatte für eine Verwarnung plädiert und verwies auf die Gegebenheiten in der Bundesliga: „Es gibt im Fußball nun mal härtere Zweikämpfe.“ Dazu kam, dass es zunächst den Anschein hatte, Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer wolle Tasci Gelb zeigen. Nachdem dann einige Fürther Spieler auf ihn zugerannt gekommen waren, zückte er doch Rot. „Die Rudelbildung hat ihren Teil dazu beigetragen“, sagte Bobic, und Sven Ulreich ging noch weiter: „Der Schiedsrichter wusste ja gar nicht mehr, wohin mit all den Karten“, sagte der VfB-Torhüter und ergänzte: „Die Fürther Spieler sollten sich hinterfragen, für mich war das keine faire Geste.“ Schiedsrichter Kinhöfer, der neben Rot für Tasci noch neunmal Gelb zeigte, widersprach allerdings der Behauptung, er hätte den VfB-Kapitän zunächst nur verwarnen wollen: „Das war nicht so.“

So oder so – es ändert nichts daran, dass man diese Rote Karte durchaus geben konnte und Tasci nun für mindestens ein Bundesligaspiel gesperrt wird. Die Hoffnung des 25-Jährigen ist es, dass strafmildernd anerkannt wird, dass er sich in den vergangenen Jahren kaum etwas hat zuschulden kommen lassen. „Ich mache eigentlich wenig Fouls“, sagte Tasci, der in seiner Bundesligakarriere erst einmal Rot gesehen hat – übrigens nicht unweit von Fürth: Im Januar 2007 beim 1:4 des VfB in Nürnberg.

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