Neuzugang Nicolas Gonzalez in Frühform: Er trifft gleich doppelt. Foto: Baumann

Der VfB Stuttgart hat im Testspiel beim FV Illertissen nur ein 3:3 erreicht. Dennoch traut der frühere Meistertrainer Christoph Daum der Mannschaft in der neuen Saison sogar einen Champions-League-Platz zu.

Illertissen/Stuttgart - Top, die Wette gilt. Die internationalen Wettbüros kennen keine Sommerpause, also werden mangels Alternativen auch Freundschaftsspiele angeboten, zum Beispiel FV Illertissen gegen VfB Stuttgart. Wer auf einen Sieg des Bayernligisten getippt hatte, wäre mit einer Quote von 350 für zehn belohnt worden. Der Heimkehrer Daniel Didavi machte mit seinem verwandelten Foulelfmeter sechs Minuten vor Schluss zum 3:3-Endstand die Überraschung zwar zunichte, doch auch für das Remis gab es noch eine Quote von 150:10 – wer es denn gewagt hatte. Der Bundesligist war klarer Favorit, also sagte Trainer Tayfun Korkut nach der Partie vor 3100 Zuschauern „Das Ergebnis hätte natürlich besser ausfallen können, aber wir sind auf einen bissigen Gegner getroffen.“ Der ja auch schon mitten in der Saison steckt, nachdem die Bayernliga ihren Spielbetrieb bereits aufgenommen hat. Beim VfB ist der Bundesligastart am 26. August beim FSV Mainz 05 noch in weiter Ferne. „Wir haben jetzt zwei Wochen an Vorbereitung hinter uns. Man hat gegen Illertissen gesehen, dass wir noch an den Abläufen arbeiten müssen“, sagte Korkut, nachdem seine Mannschaft den ersten Test beim SSV Reutlingen noch 4:0 gewonnen hatte.

Gegen Sonnenhof ohne Fans

„Da wir einige neue Spieler dazu bekommen haben, braucht es Zeit, sie zu integrieren.“ Das scheint zumindest bei Nicolas Gonzales schon gut gelungen zu sein. Der neue Stürmer aus Argentinien jedenfalls fügte sich mit seinen beiden Toren gut ein, nachdem der VfB schon 0:2 und 1:3 zurückgelegen hatte – und dabei vor allem in der Defensive noch Schwächen offenbarte. Korkut: „Wir wollen schnellstmöglich wieder Stabilität in unser Spiel bekommen.“ Die nächste Chance bietet sich schon am Samstag (15 Uhr) im Testspiel gegen den Drittligisten SGS Großaspach. Da das Robert-Schlienz-Stadion umgebaut wird, findet die Partie auf einem Trainingsplatz des VfB statt – und aus organisatorischen Gründen dort unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Fortschritte will die Mannschaft trotzdem machen.

Daum traut VfB viel zu

Ganz unabhängig davon traut Christoph Daum dem VfB in der neuen Saison einiges zu. Der einstige Meistertrainer der Schwaben hält vieles für möglich: „Warum sollte sich der VfB nicht für die Champions League qualifizieren? Es hängt an Kleinigkeiten, ob man Platz zwei oder drei oder Platz acht oder neun erreicht“, so der Fußballlehrer im Fachmagzin „Kicker.“ Daum coachte den VfB Stuttgart zwischen 1990 und 1993 und feierte in der Landeshauptstadt vor 26 Jahren seine einzige deutsche Meisterschaft als Cheftrainer. In der Champions League folgte dann aber nach einem verhängnisvollen Wechselfehler das Aus gegen Leeds United.

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