Vor dem Weggang vom VfB: Sportdirektor Jochen Schneider Foto: Baumann

Sportdirektor Jochen Schneider verlässt den VfB Stuttgart – und öffnet die nächste Baustelle, die beackert werden muss. Wer die Aufgaben des früheren Bankkaufmanns übernehmen wird, ist noch völlig offen

Stuttgart - Jochen Schneider ist erst einmal abgetaucht. Urlaub in der Schweiz. Die Geschäfte beim VfB Stuttgart laufen ohne den Mann weiter, der bei dem Verein in fast 16 Jahren in verschiedenen Funktionen geschafft hat – zuletzt als Sportdirektor.

Ob er nach seinem Urlaub überhaupt noch einmal an seinen Arbeitsplatz auf dem Cannstatter Wasen zurückkehrt? Wohl kaum – oder zumindest nicht mehr für lange Zeit. „Nach Jochens Urlaub wird eine Entscheidung fallen“, sagte VfB-Sportvorstand Robin Dutt, der sich am Freitagabend bemühte, den bevorstehenden Abgang als Normalität darzustellen: „Wir stecken in einem Umbruch, da gibt es personelle Veränderungen. Wenn sie sauber über die Bühne gehen, ist das völlig in Ordnung.“

Dutt wurde nach eigener Aussage vor einigen Wochen von Schneider über dessen Gedankenspiele informiert.

Nach allem, was zu hören ist, konnte oder wollte sich der 44-Jährige auf Dauer doch nicht mit der Rückversetzung ins zweite Glied abfinden. Nach der Entlassung von Fredi Bobic im vergangenen September war Schneider plötzlich an vorderster Stelle verantwortlich für den Profikader. Und fand Gefallen an der neuen Aufgabe. „Ich bin bereit dafür“, sagte er im September.

Anfang Januar wurde ihm mit Robin Dutt schließlich doch ein Sportvorstand vor die Nase gesetzt. Schneider beteuerte, an der Seite des 50-Jährigen weitermachen zu wollen. Erst kurz zuvor hatte er sich mit dem Club auf eine weitere Zusammenarbeit bis 2016 geeinigt. Doch offenbar sah sich der studierte Betriebswirt in der Folge zu vieler Kompetenzen beraubt. Robin Dutt, so viel steht fest, geht seinen Weg konsequent. Dazu gehört auch, im Zweifel auf die Befindlichkeiten langjähriger Mitarbeiter wie Schneider keine Rücksicht zu nehmen.

Wer die Aufgaben des früheren Bankkaufmanns übernehmen wird, ist noch völlig offen. Einen Ersatz von außen wird der VfB, der seine Strukturen ohnehin verschlanken will, wohl eher nicht holen. Dennoch ist klar: Schneiders Abgang bedeutet eine weitere Baustelle, die beackert werden muss.

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