Antonio Rüdiger sieht erneut die rote Karte Foto: Pressefoto Baumann

Rüdiger drohen jetzt fünf Spiele Sperre. Er gilt als Wiederholungstäter, nachdem er schon im Mai dieses Jahres gegen Greuther Fürth wegen einer Tätlichkeit vom Platz geflogen war.

Hamburg - Das Spiel kochte, das Publikum raste, die Kicker auf beiden Seiten gingen kurz vor Schluss noch mal mit Leidenschaft zur Sache. Da brannten Antonio Rüdiger (20) die Sicherungen durch. Der Ball war schon weg, als er HSV-Kapitän Rafael van der Vaart in Strafraumnähe in die Rippen boxte. Der Niederländer sank zu Boden, Schiedsrichter Tobias Welz sprintete heran und zog die Rote Karte. Rüdiger drohen jetzt fünf Spiele Sperre. Er gilt als Wiederholungstäter, nachdem er schon im Mai dieses Jahres gegen Greuther Fürth wegen einer Tätlichkeit vom Platz geflogen war. Danach musste er drei Spiele aussetzen.

„Das darf nicht passieren, da muss er sich besser im Griff haben“, ärgerte sich Trainer Thomas Schneider. Immerhin blieb es beim 3:3, doch der Schaden ist auch so groß genug. „Das ist eine Tätlichkeit. Das ist Rot. Das darf er natürlich nicht machen. Das ist Schwachsinn“, wetterte Sportvorstand Fredi Bobic. Es ist ja nicht so, dass er kein Verständnis hätte für einen heißblütigen Nachwuchsmann wie Antonio Rüdiger. „Dass er mal eine Rote Karte sieht, kann passieren“, sagte Bobic noch vor kurzem im Interview mit unserer Zeitung, „da hat er draus gelernt.“

Jetzt bekam der zweikampfstarke Heißsporn die nächste Lektion verpasst. „Ich mag es normalerweise nicht, mich auf den Boden zu legen“, sagte van der Vaart, „aber das hat wehgetan.“ Fredi Bobic lächelte süffisant: „Da hat die Erfahrung des Routiniers gesiegt.“ Rüdiger verschwand nach der Partie wortlos im Mannschaftsbus. „Es ist schade. Er hat in den vergangenen Wochen starke Leistungen gezeigt“, bedauerte Kapitän Christian Gentner, „so steht sich Toni selbst im Weg.“

An diesem Freitag im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (20.30 Uhr/Sky) wird ihn wohl Neuzugang Karim Haggui ersetzen. Georg Niedermeier ist nach seiner Verletzungspause zwar wieder voll im Training, ob seine Kraft aber schon wieder für 90 Minuten reicht, ist fraglich.

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