Atakan Karazor (2. v. li.) ist neu beim VfB Stuttgart – aber schon fester Bestandteil des Mittelfelds. Foto: Baumann

Atakan Karazor vom VfB Stuttgart hat im TV das 2:2 gegen den 1. FC Heidenheim analysiert. Und ein dickes Lob für einen Kollegen hatte der Stuttgarter Neuzugang auch noch parat.

Stuttgart - Wer nach einer 2:0-Führung am Ende noch 2:2 spielt, weiß in de Regel ziemlich genau, was da noch schief gelaufen ist. Und so war auch Atakan Karazor am Sonntagabend recht klar in seiner Analyse des Remis des VfB Stuttgart beim 1. FC Heidenheim. „Nach den zwei Toren haben wir es ein bisschen schleifen lassen. So bringt man eine Mannschaft, die bereits abgeschrieben war, wieder ins Spiel“, sagte der Neuzugang der Stuttgarter in der SWR-Sendung „Sport im Dritten“. Der defensive Mittelfeldspieler berichtete zudem von der Ansprache, die VfB-Trainer Tim Walter noch direkt auf dem Spielfeld hielt. Die zentrale Message: „Wir müssen den Kopf einschalten, schlau sein, nicht alles nach vorne werfen.“

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Im Spiel beim 1. FC Heidenheim hatte der VfB nach Toren von Hamadi Al Ghaddioui und Holger Badstuber nach der Pause 2:0 geführt, fing sich dann aber noch zwei Gegentore und musste sich im zweiten Spiel der Zweitligasaison mit einem Unentschieden begnügen. „Wenn eine Mannschaft wie der VfB 2:0 führt, ist es schwer, noch einmal zurückzukommen, aber wir haben schon oft bewiesen, dass wir das können“, lobte dagegen Marc Schnatterer sein Heidenheimer Team und meinte: „Am Ende war es bisschen glücklich, aber auch verdient, weil Mentalität und Charakter gestimmt haben.“ Auch der Kapitän des FCH war in der TV-Sendung zu Gast – und berichtete auch, wie es so ist, gegen die neue Spielidee des VfB unter Tim Walter zu agieren.

Das VfB-Spiel bietet „Chance und Risiko“

Wenn der Aufstiegsfavorit „ein gutes Ballbesitzspiel hat, wenn das Pressing funktioniert und die Räume genutzt werden“, sei es „schwer, den VfB aufzuhalten“. Allerdings sei die Idee „Chance und Risiko“ zugleich. „Wenn man es schafft, Bälle zu erobern, hat man als Gegner die Chance, in die Räume hinter der Abwehr zu kommen“, sagte Schnatterer – was seinem Team vor allem in der ersten Hälfte der Partie am Sonntagmittag einige Male gelungen ist. Die teils hochkarätigen Chancen hatte der FCH aber noch nicht nutzen können.

„Die Heidenheimer haben das gut ausgenutzt, dass wir hinten auch mal offen standen“, musste auch Karazor anerkennen. Weil er als Ex-Kieler die Spielidee des Trainers aber schon länger kennt, ist der Mittelfeldspieler auch davon überzeugt. „Wir wollen mutig sein und bestimmen, wie das Spiel aussieht“, sagte er, „ich denke, das hat man in den zwei Spielen schon gesehen.“ Ein Lob hatte der Stuttgart-Neuling dann noch für Holger Badstuber parat.

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Der Routinier hatte in Heidenheim von Beginn an gespielt, ein Tor gemacht und laut Karazor „ein Megaspiel“ gemacht. Trotzdem sucht der VfB Stuttgart nach der Verletzung des Innenverteidigers Marcin Kaminski nach einem weiteren Mann fürs Abwehrzentrum. Auch wenn Karazor sagt: „Das, was wir im Kader haben, ist top. Ich persönlich würde sagen, dass wir da nichts machen müssen.“ Die Strategen Thomas Hitzlsperger (Sportvorstand), Sven Mislintat (Sportdirektor) und Tim Walter (Trainer) sehen das anders.

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