Serdar Tasci sitzt seit einem halben Jahr im Aufsichtsrat des VfB. Foto: Baumann

Der Ex-Profi rückt in den Präsidialausschuss auf. Die Rolle des Muttervereins im Kontrollgremium wird darüber hinaus noch an anderen Stellen gestärkt.

Im Aufsichtsrat des VfB Stuttgart gab es in den vergangenen Monaten einiges an Bewegung. Nun hat sich das neu zusammengesetzte zwölfköpfige Gremium konstituiert und die Zuständigkeitsbereiche festgelegt, wobei eines auffällt: Die Rolle des e.V. im Kontrollgremium der ausgegliederten AG wurde – zumindest formal – sichtbar gestärkt.

 

Das gilt zunächst für die Spitze: Der Vizepräsident des Muttervereins, Andreas Grupp, fungiert fortan als alleiniger Stellvertreter von Aufsichtsratschef und Vereinspräsident Dietmar Allgaier. Zuvor hatten sich den stellvertretenden Vorsitz die beiden Investorenvertreter Franz Reiner (Mercedes) und Lutz Meschke (Porsche) geteilt. Beide schieden zum Ende des vergangenen Jahres aus dem Kontrollgremium aus, ihre Nachfolger Michael Eisenmann und Robert Ader werden die Vize-Rolle nicht mehr übernehmen.

Ebenfalls Veränderungen gab es im wichtigen Präsidialausschuss des Aufsichtsrates, der bei dringlichen und zustimmungspflichtigen Entscheidungen sein Ja geben muss. Kurzfristige Transfers mit einem großen Volumen fallen zum Beispiel darunter. Bislang hatte der Ausschuss aus Allgaier und Grupp vonseiten des e.V. sowie Reiner und Meschke vonseiten der Anteilseigner bestanden, wobei Meschkes Berufung Ende 2024 von Fanprotesten begleitet worden war. Das grüne Licht von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für das Aufrücken Meschkes mit Blick auf die 50+1-Regelung kam seinerzeit, weil Präsident Dietmar Allgaier über eine Doppelstimme verfügt. „Es ist klar, dass der e.V. im Präsidialausschuss immer die Mehrheit haben wird“, hatte Allgaier damals bei der Mitglieder-Veranstaltung „Dunkelroter Tisch“ betont.

Serdar Tasci soll die Sportkompetenz im Aufsichtsrat stärken

Nun sind die Verhältnisse noch etwas klarer, was am Aufrücken von Serdar Tasci (38) in den Präsidialausschuss liegt. Der frühere Stuttgarter Verteidiger und 14-malige deutsche Nationalspieler wurde vor einem halben Jahr vonseiten des Vereins in den Aufsichtsrat entsandt, um dort die Sportkompetenz zu stärken. Mit Tasci, Allgaier und Grupp gehören nun drei Vereinsvertreter dem Präsidialausschuss des Kontrollgremiums an, hinzu kommen wie bisher zwei Investorenvertreter: Klaus Rehkugler für Mercedes und Albrecht Reimold für Porsche.

Präsident Dietmar Allgaier sieht den VfB nach den Umstrukturierungen gut aufgestellt. Foto: Baumann

Schließlich wurde im Aufsichtsrat ein neu geschaffener Finanzausschuss ins Leben gerufen, der dem VfB zufolge „insbesondere Beschlüsse des Aufsichtsrats in Fragen der Finanzplanung und -prüfung vorbereiten soll“. Ihn bilden Stefan Jung (Präsidiumsmitglied des e.V.), Michael Eisenmann (Mercedes) sowie die vom Verein entsandte Tanja Gönner (Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie).

„Mit der nun geschaffenen Konstellation haben wir gleichsam hinsichtlich der Kompetenzen wie auch der Persönlichkeiten eine hervorragende Ausgangsposition für die Arbeit des Aufsichtsrats herbeigeführt“, sagt Aufsichtsratschef und Vereinspräsident Dietmar Allgaier. Man habe den neuen Weg überaus konstruktiv und einvernehmlich eingeschlagen.

Der Aufsichtsrat

Gremium
Dem Aufsichtsrat des VfB gehören seit der Hauptversammlung im vergangenen Juli wieder zwölf Personen an. Aufgabe des Gremiums ist die Kontrolle der ausgegliederten AG.

Mitglieder
Das Gremium besteht aus Dietmar Allgaier (Vorsitzender und Präsident des e.V.), Andreas Grupp (stellvertretender Vorsitzender und Vizepräsident des e.V.), Stefan Jung (Präsidiumsmitglied des e.V.), Klaus Rehkugler und Michael Eisenmann (Mercedes), Albrecht Reimold und Robert Ader (Porsche), Alexander Kläger (SAP), Tobias Röschl (Jako) sowie den vom Verein entsandten Tanja Gönner (Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie), Bernadette Martini (Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA im Neckar-Odenwald-Kreis) und Serdar Tasci (Ex-Profi des VfB).